Aktualisiert 11.06.2019 15:13

Riesen-Wels aus dem Bodensee

«Es war richtig, den Fisch zu töten»

Vor einigen Tagen zog ein Fischer aus Fussach (A) einen 2,45 Meter langen Wels aus dem Bodensee. Die Internetgemeinde ist über den Tod des Fisches empört.

von
mwa
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Ein Freund von Franz Blum machte dieses Foto mit dem Wels und gratulierte dem Fischer auf Facebook zu dessen Riesen-Fang.

Ein Freund von Franz Blum machte dieses Foto mit dem Wels und gratulierte dem Fischer auf Facebook zu dessen Riesen-Fang.

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Auch er habe zuvor noch nie so einen Fisch gesehen.

Auch er habe zuvor noch nie so einen Fisch gesehen.

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Der Wels ist 2,45 Meter lang und wiegt rund 100 Kilogramm.

Der Wels ist 2,45 Meter lang und wiegt rund 100 Kilogramm.

Franz Blum

Der Artikel über den 2,45 Meter langen und 100 Kilogramm schweren Wels, den Berufsfischer Franz Blum am vergangenen Donnerstag aus dem Bodensee gefischt hat, schlug hohe Wellen. Unter den über 600 Kommentaren sind viele von Lesern, die über den Fang empört sind.

«Naja schade, der Fisch stirbt nun, nur um an die Wand gehängt zu werden. Meines Erachtens ein sinnloser Tod», schreibt ein 20-Minuten-Leser. «Der Fisch ist tot und niemand braucht ihn. Wäre doch besser gewesen, ihn wieder in den See zu entlassen», meint ein anderer. Immer wieder fällt der Begriff «catch and release» als Alternative zum Töten. Dabei versteht man in der Angelfischerei das Zurücksetzen von gefangenen Fischen ins Wasser.

In der Tierschutzverordnung des Bundes (Art. 23) ist allerdings gesetzlich verankert, dass diese Form der Fischerei verboten ist. In einigen Fällen kam es schon zu strafrechtlichen Verfolgungen. Auch im Vorarlberg sei «catch and release» grundsätzlich verboten, sagt Nikolaus Schotzko, Sachverständiger für Fischerei. «Unter dieser Methode leiden die Tiere nur.» Man könne von dem Verbot absehen, wenn beispielsweise sehr seltene Fischarten betroffen seien. «Der Pazifische Lachs ist so eine Ausnahme. Hier sollten nicht alle Fische entnommen werden, die gefangen werden. Es würde relativ schnell zu einem Problem in der Population kommen.»

«Fang ist völlig unkritisch»

Im Falle des Riesen-Wels sei aber absolut korrekt gehandelt worden: «Es war gut, dass der Fisch entnommen und getötet wurde. Er hat eine Grösse erreicht, mit der er mehrheitlich nur noch Schaden anrichtet.» Solche Fische würden nicht mehr wachsen, sondern nur noch fressen, so Schotzko. Ausserdem wäre das Freilassen auch aus einem weiteren Grund nicht sinnvoll gewesen: «Der Wels wurde mit einem Netz gefangen. Meistens werden sie dabei verletzt und dürfen dann sowieso nicht mehr freigelassen werden.» Da der Wels-Bestand im Bodensee stetig zunehme, sei der Fang völlig unkrititsch.

Auch Blum verteidigt sein Verhalten: «Raubfische in dieser Grösse haben keine natürlichen Feinde mehr», sagt er gegenüber 20 Minuten. «Sie richten in ihrem Revier unter Umständen enormen Schaden an.» Tatsächlich erkennen, wie gross ein Fisch sei, könne man ausserdem erst, wenn er schon gefangen sei.

Fisch wird präpariert

Blum entschied sich dazu, den Fisch präparieren zu lassen. «Man hätte ihn schon esse können. Es ist aber unklar, wie gut der geschmeckt hätte, da er sicherlich einen sehr hohen Fettanteil hat», so der Fischer. Er hätte es schade gefunden, ein solches Tier einfach zu zerschneiden: «Wer weiss wann man wieder einen solchen Riesen-Wels aus dem Bodensee ziehen wird.»

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