Bronze-Gewinn: «Es war schwierig, sich nochmals aufzuraffen»
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Bronze-Gewinn«Es war schwierig, sich nochmals aufzuraffen»

In der Gänsehaut-Atmosphäre vom Hallenstadion sichert sich die Schweizer Unihockey-Nati locker Bronze. Verteidiger Simon Bichsel zeigt sich zufrieden und freut sich über die Fans.

von
Alexandra Stäuble

Verteidiger Simon Bichsel im Interview. (Video: 20 Minuten Online)

Es wäre angerichtet gewesen: Die Stimmung bei den 10'518 Fans im proppenvollen Zürcher Hallenstadion erreichte kurz vor dem Anpfiff Gänsehaut-Faktor, lautstark wurde die Schweizer Nationalhymne mitgesungen. Zudem verwandelte eine tolle Lichtshow den Sporttempel in einen Hexenkessel. Doch den Schweizer Unihockeyanern blieb am Finaltag der Heim-WM die Hauptrolle verwehrt.

Nach dem verlorenen Halbfinal-Krimi gegen Finnland trafen die Schweizer im kleinen Final auf Deutschland. Eine einseitige Angelegenheit - von Beginn weg. Gleich 8:0 fertigten die Eidgenossen den nördlichen Nachbarn ab. Dies tat der Stimmung aber keinen Abbruch - erst recht als die Medaille auf sicher war. Dann liessen sich die Schweizer erhobenen Hauptes von der grandiosen Kulisse feiern.

Verteidiger Simon Bichsel ist heilfroh, dass seinem Team schliesslich noch der Sprung aufs Podest geglückt ist. «Ich denke wir können sehr zufrieden sein mit der Bronzemedaille.» Ziel sei es gewesen, zum Abschluss noch einmal ein gutes Spiel zu zeigen und dies sei so weit gelungen. Fakt ist aber: Die Schweiz lief nie Gefahr, diese Medaille nicht zu gewinnen. Deutschland war kein Gegner auf Augenhöhe, wirkte phasenweise überfordert.

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Eine Party ist noch nicht geplant

Als die Schweizer nach der Partie mit der Medaille um den Hals zum Interview erschienen merkte man ihnen an, dass der verlorene Halbfinal-Krimi gegen Finnland noch in ihren Köpfen herumspuckt. Simon Bichsel offenbart dann auch, dass es alles andere als einfach war, keine 24 Stunden danach wieder aufzulaufen und das Mindestziel, eine Medaille, zu holen. «Es war sehr schwierig», aber schlussendlich habe man ganz nach dem Mannschaftsmotto «Für den Moment leben» beschlossen, nochmals alles zu geben. «Wir konnten gestern Abend gemeinsam abschalten und haben nun nochmals unsere Leistung gebracht», bilanziert der Verteidiger von Wiler-Ersigen.

Nach dem kleinen Final schaut sich die Mannschaft von Nykky Petteri - wohl etwas wehmütig - das Endspiel zwischen Finnland und Schweden an. Weitere Pläne gibt es (noch) nicht - auch bei Simon Bichsel. «Was am Abend laufen wird, werden wir sehen.» Apropos feiern. Der 32-jährige Defensivmann konnte während der gesamten Heim-WM auf seinen eigenen Fanklub zählen. Auch gegen Deutschland sorgte der lautstarke Anhang mit Transparenten und eigens kreierten Shirts für Stimmung auf den Rängen. Für Simon Bichsel ist klar: «Das sind einfach die Besten!» Bei jedem Spiel sei die Truppe mit dabei gewesen. «Sie haben sogar Ferien dafür genommen. Das ist sensationell.»

Am Dienstag geht es wieder ins Büro

Nach sechs Spielen innerhalb einer Woche sehnt sich Simon Bichsel nach etwas Ruhe. Doch wer nun denkt, dass er in die Ferien fahren, um sich von den Strapazen zu erholten, liegt komplett falsch. «Morgen ist noch frei, aber am Dienstag ist es leider so: Dann muss man wieder zur Arbeit. Wir sind keine Profis.» Er hofft indes, dass seine Mitarbeiter Verständnis aufbringen werden, wenn nach einer Woche Profidasein im Alltag nicht gleich auf Anhieb alles passt. «Ich hoffe im Büro haben Sie etwas Nachsicht, wenn ich noch nicht so arbeiten mag.»

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