Aktualisiert 20.05.2019 17:18

Nino Niederreiter

«Es war sofort klar, dass ich kommen möchte»

Nach dem Playoff-Out mit Carolina hat er alles stehen und liegen gelassen und ist an die WM gereist. Typisch Nino Niederreiter!

von
Marcel Allemann, Bratislava
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Er ist da: Nino Niederreiter nach seiner Ankunft am Flughafen in Wien.

Er ist da: Nino Niederreiter nach seiner Ankunft am Flughafen in Wien.

Keystone/Melanie Duchene
Der NHL-Stürmer hat genügend Gepäck mitgebracht, um länger in Bratislava zu bleiben.

Der NHL-Stürmer hat genügend Gepäck mitgebracht, um länger in Bratislava zu bleiben.

Keystone/Melanie Duchene
Schon am Flughafen in Wien gab Niederreiter die ersten Interviews, danach ging es weiter nach Bratislava.

Schon am Flughafen in Wien gab Niederreiter die ersten Interviews, danach ging es weiter nach Bratislava.

Keystone/Melanie Duchene

Das Puzzleteilchen, das der Nati vielleicht noch gefehlt hat, um gegen die Grossen an der WM in der Slowakei nicht nur mitzuhalten, sondern auch zu reüssieren, ist eingetroffen. Nach dem Playoff-Out mit den Carolina Hurricanes in der Nacht auf Freitag flog Nino Niederreiter am Samstag los, traf am Sonntag in der Schweiz ein, verbrachte eine Nacht in Zürich und reiste am Montagvormittag via Wien nach Bratislava weiter.

«Es geht ja nur noch eine Woche»

«Es waren hektische Tage. Zunächst war ich mit meinen Emotionen noch voll im NHL-Playoff. Nach dem Out mit Carolina war für mich jedoch sofort klar, dass ich kommen und für die Nati spielen möchte, wenn ich schon die Chance dazu erhalte», erzählt der 26-jährige Churer. Das sei für ihn eine Herzensangelegenheit. «Ich freute mich sehr auf die Mitspieler, die ich zum Teil lange nicht mehr gesehen hatte. Und sie haben sich darüber gefreut, dass ich hier bin. Das gibt mir zusätzliche Energie.»

Denn die drei Playoff-Runden in der NHL haben dem Powerstürmer körperlich viel abverlangt. Trotzdem glaubt er, dass noch genügend Reserven da seien für die WM: «Klar, war die Saison lang. Aber es geht nur noch eine Woche, mit hoffentlich noch vier Spielen. Ich werde versuchen, das Maximum aus mir rauszuholen.»

«Wenn die Nati ruft, kommt Nino»

Am Dienstagmittag, wenn es für die Schweiz gegen Tschechien um eine gute Ausgangslage für die Viertelfinals geht (mit einem Sieg mit zwei Toren Differenz ist noch immer der zweite Gruppenrang möglich), wird Niederreiter debütieren. Es wird bereits die sechste WM sein, bei der er für die Schweiz zum Einsatz kommt. «Ich werde versuchen, vor dem Gehäuse präsent zu sein und hoffentlich das eine oder andere Tor zu schiessen zu können», sagt der Bündner über seinen Game-Plan.

Sehr glücklich über die Ankunft von Niederreiter ist natürlich Patrick Fischer. Auf seine ersten Eindrücke angesprochen, scherzte der Nati-Trainer: «Er ist immer noch gleich gross und gleich schwer.» Mit mehr Ernsthaftigkeit erklärte Fischer dann, dass es alles andere als selbstverständlich sei, dass Niederreiter nach drei Playoff-Runden noch nach Bratislava angereist sei: «Aber das ist Nino. Wenn die Nati ihn ruft, dann kommt er und muss nicht zwei Mal überlegen.»

Fischer will gegen Tschechien unbedingt den geforderten Sieg und den zweiten Gruppenrang holen: «Dann müssen wir für die Viertelfinals nicht nach Kosice reisen, sondern können in Bratislava bleiben, was angenehmer ist.» Es gibt für ihn aber auch noch einen zweiten Grund: «Wir würden dann in einem allfälligen Halbfinal nicht wieder auf Russland treffen.»

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