Aktualisiert 16.12.2011 14:57

Wieder FCB vs. FCB

«Es wird ein Kampf David gegen Goliath»

FC Basel gegen Bayern München: Das Los, das sich Jupp Heynckes insgeheim nicht gewünscht hat und am Ende doch alle glücklich macht, wird im Champions-League-Achtelfinal Tatsache.

von
Eva Tedesco

Die Bayern gehörten nicht zu den Wunschgegnern von Heiko Vogel. Auch wenn der FCB-Chefcoach einst bei den Bayern als Nachwuchs-Trainer tätig gewesen war, gab Vogel im Vorfeld zu: «Gegen die Bayern haben wir schon letztes Jahr in der Gruppenphase gespielt – ich würde gerne eine andere europäische Stadt kennenlernen.» Daraus wird nun nichts. Der frühere Bayern-Captain Paul Breitner hat in Nyon wieder einmal den deutschen Rekordmeister als nächste FCB-Champions-League-Destination aus dem Topf gezogen.

«Mit dem FC Bayern bekommen wir natürlich einen absoluten Topfavoriten der diesjährigen Champions League als Gegner, zumal der Final ja auch in München ausgetragen wird. Das ist mit Sicherheit ein zusätzlicher Aspekt, der Spieler und Trainer motiviert», freut sich Vogel dann aber. «Die Ausgangslage ist klar. Es wird wieder einen Kampf David gegen Goliath geben für uns. Wir schlüpfen gerne in diese Rolle des David und hoffen auch dieses Mal, wenn alle Faktoren stimmen, dem Goliath ein Bein stellen zu können. Wohlwissend, dass es sehr schwierig sein wird.»

Heusler freut sich auf München

Der Pfälzer, der derzeit seine Ferien zu Hause in der Nähe von München geniesst, weiss von der Qualität der Bayern. «Ich tippe, dass es sogar noch einen Tick schwieriger wird als gegen Manchester, da Jupp Heynckes mit Sicherheit einiges erreicht hat beim FC Bayern. Ich schätze die Aufgabe auch noch schwieriger ein, als dies schon letztes Jahr der Fall war.»

Bernhard Heusler verfolgte die Auslosung mit Geschäftsführerin Barbara Bigler und Marketingchef Numa Frossard in Nyon. Der designierte FCB-Präsident freut sich auf die Bayern. «München ist eine absolute Top-Adresse und ausserdem der Austragungsort des diesjährigen Champions-League-Finals. Die Chancen sind gleich gross und klein wie in den Gruppenspielen und lassen sich nicht in Zahlen ausdrücken. Aber wenn alles stimmt und mit dem nötigen Wettkampfglück ist alles möglich.» Dass der FCB bereits in der Gruppenphase der Saisosn 2010/11 auf den Rekordmeister getroffen ist, tut der Freude Heuslers keinen Abbruch. «Das spielt mir keine Rolle.»

Favoritenrolle bei den Bayern

Die Trainer der beiden Teams waren sich im Vorfeld einig: Auch Jupp Heynckes wollte gemäss «Bild» nicht auf den FC Basel treffen. Der FCB hätte zwar keinen prominenten Namen, aber spätestens seit dem Sieg gegen Manchester würde man den Schweizer FCB in Europa nun kennen. Der Bayern-Trainer glaubt gar, dass es vielleicht sogar schwieriger sei, gegen Basel zu gewinnen, als zum Beispiel gegen Milan.

Auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge warnt davor, den ManU-Bezwinger aus der Schweiz zu unterschätzen. «Wer ManU rauswirft, vor dem sollte der FC Bayern Respekt haben. Aber wenn wir konzentriert spielen und richtig zu Werke gehen, dann gibt es eine gute Chance, ins Viertelfinale einzuziehen», so der ehemalige Servette-Spieler auf der Bayern-Homepage.

Viel Respekt vorm ManU-Bezwinger

Christian Nerlinger ist zufrieden mit dem Los der Bayern. «Wenn man andere Mannschaften im Topf gesehen hat, war Basel ein Wunschlos.» Aber auch der Sportdirektor der Bayern weiss, dass der Einzug in den Viertelfinal kein Selbstläufer wird. «Basel ist eine Mannschaft, die Manchester United ausgeschaltet hat. Das spricht für die hohe Qualität.»

«Wir sind dadurch gewarnt, wie Basel mit Manchester umgegangen ist», sagt Karl Hopfner, Vorstandsmitglied beim Deutschen Rekordmeister, der die Auslosung am Uefa-Hauptsitz in Nyon verfolgt hat. Hopfner freut sich auf das Wiedersehen mit Heiko Vogel, der neun Jahre als Nachwuchstrainer in München tätig gewesen war und Eigengewächse wie Thomas Müller, Holger Badstuber, aber auch kurz Philipp Lahm ausgebildet hat.

Vogel hat Badstuber, Lahm und Müller ausgebildet

«Vogel kennt noch ein paar Spieler aus deren Juniorenzeit, wie Thomas Müller aus der C-Jugend. Sie besuchten bei ihm das Training und offensichtlich hat er das nicht so schlecht gemacht. Die Erwartungshaltung bei den Fans ist jetzt sicher hoch und es ist klar, dass wir der Favorit sind in diesem Duell. Diese Rolle können wir auch nicht weglegen, aber wir sind gewarnt. Wenn wir konzentriert spielen, sollte es aber mit dem Viertelfinal klappen.»

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