Es wird eng für Bruno - Bärensuchhund nimmt Witterung auf
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Es wird eng für Bruno - Bärensuchhund nimmt Witterung auf

Bär «Bruno« muss sich warm anziehen. «Raiku», einer der besten Bärensuchhunde Finnlands, soll «Bruno» stellen: Der Hund und sein Herrchen stehen in Bayern bereit.

«Wenn man eine Fährte hätte, würde er zum Einsatz kommen», sagte der Sprecher des Umweltministeriums in München, Roland Eichhorn, am Montag. Zunächst aber fehlte von «Bruno», der zuletzt in der Nacht zum Samstag in Kochel gesehen worden war, jede neue Spur. Auch eine neue Schadensmeldung ging nicht ein.

«Raiku» schreckt vor nichts zurück

«Raiku» sei ein echter «Haudegen», sagte Eichhorn. Mit ihm sei nun jemand im Suchteam, «der in der Champions League spielt». Seit gut einer Woche sind bereits vier finnische Bärenjäger mit fünf Hunden auf der Suche nach «Bruno». «Raiku» verstärkt jetzt das Team. Ursprünglich sollte der Einsatz bis zum (kommenden) Wochenende dauern. Es gebe aber Gespräche, das Team wenn nötig länger einsetzen zu können, sagte Eichhorn.

Es werde alles getan, um «Bruno» zu fangen, betonte der Ministeriumssprecher. So stehe ein Hubschrauber 24 Stunden am Tag bereit, um den Suchtrupp dorthin fliegen zu können, wo eine Spur des Bären gefunden worden sei.

«Bruno» immer respektloser

Eichhorn äusserte Sorge, dass der Bär immer häufiger in Siedlungen auftauche und den Menschen immer näher komme. «Er wird immer unverfrorener», sagte er. «Wir sehen eine Steigerung, und das erfüllt uns mit Sorge.»

Der Bär war am Wochenende mitten in Kochel zunächst einem Spaziergänger begegnet, der seinen Hund ausführte. Um dem nur 20 Meter entfernten Wildtier auszuweichen, ging der Mann um ein Haus herum. Weil aber der Bär dasselbe tat, begegneten sich die beiden erneut und liefen in etwa 70 Metern Abstand aneinander vorbei. Der Bär prallte danach gegen einen Drahtzaun und sprang aus dem Stand eine mehr als zwei Meter hohe Felsmauer hoch. Eineinhalb Stunden später sahen ihn Einwohner vom Balkon aus, wie er sich vor die Polizeiwache von Kochel setzte und dann in Richtung Wald trollte.

Hasen, Meerschweine und Bienenstock

Anschliessend riss Bruno in einem Stall einen Hasen und ein Meerschweinchen und brach einen Bienenstock auf. Seitdem fehlt von ihm jede Spur. Berichte, wonach er in der Nacht zum Sonntag auf einer Alm im 25 Kilometer entfernten Achenkirch in Österreich aufgetaucht sei, bestätigten sich zunächst nicht.

«Bruno», der eigentlich «JJ1» heisst und aus aus einem Ansiedlungsprojekt in Norditalien stammt, streunt seit gut einem Monat durchs bayerisch-österreichische Grenzgebiet. Er hat bereits zahlreiche Schafe und andere Kleintiere gerissen. (dapd)

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