Aktualisiert 04.10.2011 12:34

Krawalle im Letzigrund

«Es wird Zeit, endlich mal hart durchzugreifen»

Die Ausschreitungen beim Zürcher Derby, die zum Spielabbruch geführt haben, stossen bei unseren Lesern auf Unverständnis. Sie fordern harte Massnahmen, um den Chaoten einen Riegel zu schieben.

von
mon

Der Spielabbruch beim 226. Zürcher Derby vom Sonntag bewegt die Massen. Über 500 Leserkommentare gingen bis Montagmittag zur Berichterstattung von 20 Minuten Online über das Thema ein. Die Äusserungen gehen in eine einzige Richtung: Alle verurteilen die Ausschreitungen bei der Partie GC - FCZ aufs Schärfste und fordern eine harte Bestrafung der Chaoten. «Es ist längst überfällig, dass die Schweizer Justiz endlich konsequent gegen dieses Pack vorgeht, das sich in den Schweizer Stadien in den letzten Jahren breitgemacht hat. Meiner Ansicht nach liegt ein Hauptgrund für dieses Verhalten eindeutig darin, dass die Gefahr, wirklich belangt zu werden, sehr gering ist», schreibt beispielsweise Markus Bachmann. Ein anderer User ergänzt: «Es wird Zeit, endlich mal hart durchzugreifen: Alle Randalierenden festnehmen, ohne grosses bürokratisches Tamtam, sie zwei bis drei Wochen eingesperrt lassen und ihnen sämtliche Kosten für die Zerstörungen, für Sicherheitskräfte und für Polizeieinsätze verrechnen.»

Besonders häufig werden Stimmen nach einer Lockerung des Datenschutzes in diesem Bereich laut. «Solche Täter haben kein Anrecht auf Persönlichkeitsschutz. Hier muss endlich ein Umdenken stattfinden und hart durchgegriffen werden», schreibt zum Beispiel User «Marcel» stellvertretend für viele andere. «Danny» bläst ins gleiche Horn: «Solange wir bei solchen Vergehen auf Datenschutz für die Täter und unempfindliche Strafen bauen, solange ändert sich nichts.» Und «YB Housi» spart nicht mit Kritik an höchster Stelle: «Leider ist für unseren Datenschutzbeauftragten der Persönlichkeitsschutz das heiligste Gut, das es zu schützen gibt. Dass damit Gesetzesbrecher geschützt werden, ist ihm offensichtlich egal.»

Konkrete Massnahmen gefordert

Matthias Horber fordert, dass eine in England angewandte Methode in der Schweiz verwendet wird. Nämlich: «(...) die Fotos der Täter mit Bild, Name, Wohnort und Tatbestand veröffentlichen.» Auch User «Sprachlos» sieht das so: «Jetzt muss massiv durchgegriffen werden. Jeder Identifizierte soll an den Pranger gestellt werden, damit er die Konsequenzen tragen kann (z. B. Verlust des Jobs usw.).» Denn ansonsten erhielten die Chaoten einen Freibrief.

Einen anderen, präventiven Lösungsansatz präsentiert «Sherif Lobo»: «Jeder, der ins Stadion kommt, soll beim Eingang per Kamera dokumentiert werden - das Gesicht und die Kleider. Wenn nichts passiert, wird das Bild nach 72 Stunden gelöscht, dann gibts auch kein Problem mit dem Datenschutz.» Die Kosten dafür sollen seiner Meinung nach voll auf die Zuschauer, also aufs Ticket, abgewälzt werden. Userin «Steffi» hingegen glaubt, dass der Ticketkauf nur mit ID oder Pass möglich sein sollte. «Jeder Sitzplatz müsste nummeriert und mit dem Namen registriert sein.» Ausserdem sollte ihrer Meinung nach jeder Platz durch eine Kamera beobachtbar sein. «Klar ein Aufwand, aber zum Schutz von Spieler und ‹normalen› Fans eindeutig nötig!», so die Userin.

Auch Klubs sollen bestraft werden

Doch unsere Leserschaft will nicht nur Strafen für die Chaoten sehen, sondern auch für die beteiligten Klubs. Viele fordern Geisterspiele oder Punkteabzüge für beide Mannschaften. «Bei den Vereinen 20 Punkte abziehen und endlich dafür besorgt sein, dass diese ‹Fans› erfasst werden», schreibt zum Beispiel Ralph Rehmann. Und weiter: «Die Verantwortlichen der Vereine kennen die Chaoten genau und gehören auch gebüsst.» User Sandro Soletto ist ähnlicher Meinung: «Ich denke, wenn keines oder nur eines der Teams bestraft wird, geht dies (die Ausschreitungen, Anm. d. Red.) so weiter. Deshalb wäre vielleicht ein Punkteabzug für beide Teams einmal ein Weg. Es braucht nun endlich deutliche Antworten. Die Klubs und die Politik haben bislang total versagt.»

Einzelne Leser sind gar für drastischere Massnahmen. «Ausschluss aus der Liga», fordert User «Dominik». Denn: «Irgendeinmal muss etwas passieren, so kann es nicht weitergehen.» Daniel Sigrist teilt seine Meinung: «Die beste Strafe dafür ist nur eins: das Disqualifizieren der Mannschaft, welche solche Fans hat, für den Rest der Saison. Damit die Fans mal merken, dass sie ihrem Klub nur schaden.» In der Folgesaison dürften nach Sigrist dann nur Gästefans ins Stadion des fehlbaren Klubs. «Vielleicht kapiert man dann mal, dass solche Szenen nicht erwünscht sind und auch nichts mit Fan sein zu tun haben.»

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