Aktualisiert 11.03.2011 12:21

Augenzeugen«Es wurde stärker und stärker»

Das schwere Erdbeben in Japan legte weite Teile des Landes lahm. Augenzeugen berichten, wie sie die dramatischen Momente erlebten.

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kle/fum

Am Freitag um 14.46 Uhr Ortszeit bebte in Japan die Erde. Der Australier Andrew Stevens, der in Tokio lebt, schildert gegenüber «Fairfax Media», wie er die dramatische Situation erlebte. Es habe «klein» begonnen, sei aber immer «stärker und stärker» geworden. «Es bebte während zwei bis drei Minuten», schrieb Stevens in einer E-Mail. Andere Kommunikationsmittel gibt es derzeit nicht: «Die Mobilfunk- und Telefonnetze funktionieren nicht mehr.» Es seien auch zwei Stunden nach dem Beben «ständig» Nachbeben zu spüren, berichtet Stevens weiter.

Auch Miki Isakari erlebte dramatische Momente: Sie befand sich zum Zeitpunkt des Bebens im 20. Stock eines Hochhauses in Tokio. «Es war schrecklich: Ich konnte nicht mehr auf den Beinen stehen, alles fiel herunter. Das Gebäude gleich nebenan fing sogar Feuer», schrieb die Studentin per E-Mail an 20 Minuten Online.

In Tokio gerieten zahlreiche Hochhäuser ins Wanken. Einige Gebäude seien in Brand geraten, berichtete der Radiosender NHK. Zahlreiche Menschen seien verletzt worden. Auch aus der Präfektur Miyagi wurden zahlreiche Verletzte gemeldet. In weiten Teilen des Landes wurde der Flug- und Zugverkehr eingestellt, so teilweise auch am Hauptstadtflughafen Narita.

Tsunami überrollt Japan nach Erdbeben

Kein Strom in vier Millionen Häusern

Die Tokioter U-Bahn-Gesellschaft, die täglich sechs Millionen Menschen befördert, stellte ebenfalls sofort ihren Dienst auf neun Strecken ein. Auch der Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen stoppte den Betrieb. Der Hafen der japanischen Hauptstadt schloss sofort alle 19 Wasserschleusen - wegen des möglicherweise zu erwartenden Tsunamis.

In vier Millionen Gebäuden in und rund um Tokio wurde kurz nach dem Beben die Stromzufuhr abgestellt. Über das genaue Ausmass der Schäden konnten die Behörden zunächst keine genauen Angaben machen. Es wird aber mit massiven Schäden gerechnet.

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