Projekt Solaris 2: ESA will im All Solarstrom produzieren und auf die Erde «beamen»

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Projekt Solaris 2ESA will im All Solarstrom produzieren und auf die Erde «beamen»

Derzeit berät die Raumfahrtagentur ESA über künftige Projekte. Dazu gehört auch die Erzeugung riesiger Mengen Solarstrom im Weltall, der dann zur Erde «gebeamt» würde.

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Riesige Solarfarmen könnten in Zukunft rund um die Uhr im Weltall Energie einfangen, …

Riesige Solarfarmen könnten in Zukunft rund um die Uhr im Weltall Energie einfangen, …

ESA
… diese in Mikrowellen umwandeln …

… diese in Mikrowellen umwandeln …

ESA
… und gezielt zur Erde senden, wo sie in Strom umgewandelt werden.

… und gezielt zur Erde senden, wo sie in Strom umgewandelt werden.

ESA

Darum gehts

James-Bond-Kenner erinnern sich, wie in «Stirb an einem anderen Tag» mit Hilfe eines Hohlspiegels im Weltall gebündelte Sonnenstrahlen zur Erde  geschickt und deren enorme Energie zur Zerstörung von Objekten, aber auch als Energiequelle genutzt werden. Nun könnte die Idee Realität werden: Mit dem Projekt Solaris 2, über das die ESA diese Woche unter anderem beraten dürfte, soll genau diese Vision in die Realität gebracht werden. Vorerst geht es um eine auf drei Jahre angelegte Studie, 2025 soll die endgültige Entscheidung für die Weiterentwicklung des Konzeptes fallen.

Dabei würde gemäss einer ersten Studie in riesigen Solarfarmen im geostationären Orbit die 24 Stunden pro Tag verfügbare Strahlung ohne Abschwächung durch die Atmosphäre oder Wolken eingefangen. Am äusseren Ende der Atmosphäre ist die Einstrahlung rund zehnmal stärker als auf der Erde. Die dadurch in den Panels entstehende immense Energie würde danach in Form von Mikrowellen mit geringer Leistungsdichte auf ungefährliche Weise zur Erde gesandt, wo diese wieder in Strom umgewandelt würde. 

Erste Versuche belegen Umsetzbarkeit

Dass das Prinzip funktioniert, wurde neulich bei Airbus bewiesen: Gemäss t3n.de wurde in den Hallen der X-Works Innovation Factory Strom in Form von Mikrowellen über eine Distanz von 36 Metern übertragen. In der Demonstration wurden so eine Modellstadt erleuchtet und alkoholfreies Bier gekühlt. Die Übertragung war allerdings noch sehr ineffizient, wie Airbus einräumte. Angepeilt wird ein Wirkungsgrad von zehn bis 15 Prozent der auf die Solarpanels einfallenden Energie. «Um diese Vision zu verwirklichen, wären technische Fortschritte in Bereichen wie Weltraumfertigung und Robotermontage, kostengünstige und hocheffiziente Fotovoltaik, Hochleistungselektronik und Hochfrequenz-Strahlformung erforderlich», erläutert die ESA.

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Um kostengünstig zu arbeiten, wären Solarfarmen mit Panels von weit über einem Kilometer Länge vorgesehen, die mit zwei Gigawatt soviel Energie wie ein AKW bereitstellen könnten. Laut der ESA soll dies bis 2040 möglich sein. Die Technologie nennt sich SBSP (Space-based Solar Power) und soll nach der Vorstellung der Forschenden dereinst dabei helfen, die Energieknappheit auf der Erde für immer zu beenden.

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(trx)

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