Knacknuss Song Contest: «ESC als Plattform für drittklassige Hobbysänger»
Aktualisiert

Knacknuss Song Contest«ESC als Plattform für drittklassige Hobbysänger»

90 Prozent der Leser von 20 Minuten glauben: Sebalter, zero points. Hat das SRF ein ESC-Problem?

von
K. Templeton/ M. Rufener

Der Eurovision Song Contest ist eine Knacknuss für die Schweiz: Seit Jahren klappt es nicht mit dem grossen Erfolg am Singspektakel. Auch für Sebalter sehen 90 Prozent der Leser von 20 Minuten schwarz. «Es ist erbärmlich, wenn die Schweiz keine besseren Kandidaten als diese sechs vom Final zu bieten hat», schreibt User Jeckotronico. «Der ESC ist zur Plattform von drittklassigen Hobbysängern geworden, die ihre 15 Minuten Ruhm wollen», findet auch Leserin Linda H. Peter Ramón Baumann, Vize-Präsident des Schweizer ESC-Fanklubs, steht hinter Sebalter. Doch auch er glaubt, dass ein anderer Kandidat allenfalls besser zum ESC gepasst hätte.

Liegt auf der ESC-Teilnahme der Schweiz gar ein Fluch? Denn nicht einmal etablierte Künstler wie die Lovebugs konnten die ESC-Community aus den Socken hauen. Die Basler mussten sich 2009 mit 15 Punkten begnügen. Und auch DJ Bobos «Vampires Are Alive»-Debakel anno 2007 trägt sicherlich dazu bei, dass erfahrene Sänger schwer zu einer Teilnahme zu bewegen sind. Sven Sarbach, SRF-Bereichsleiter von Shows und Events, bringt es auf den Punkt: «Leider ist es so, dass gestandene Künstler wenig Interesse haben, am ESC mitzumachen, weil in der Vergangenheit auch Top-Künstler gescheitert sind – und entsprechend negative Kritik einstecken mussten.» Auch Baumann vom ESC-Fanklub nimmt die Kandidaten in Schutz: «Die Schweizer scheinen in der Tat ein Volk der Nörgler zu sein.» Er findet auch versöhnliche Worte für Sebalter und seinen bevorstehenden Auftritt in Kopenhagen Anfang Mai: «Es hatte auch Lieder dabei, mit denen wir uns ganz bestimmt blamiert hätten.»

Deine Meinung