Wie stehts um Marius Baer?: ESC-Spezialist – «Musikalisch gesehen reicht es für die Ukraine nicht» 
Publiziert

Wie stehts um Marius Baer?ESC-Spezialist – «Musikalisch gesehen reicht es für die Ukraine nicht» 

Im Interview erklärt der ESC-Kenner Tom Glanzmann, wie er die Chancen für den Schweizer Marius Baer sieht, weshalb es für die Ukraine eng wird und wer das Rennen machen könnte.

von
Lorena Wahrenberger
1 / 6
Tom Glanzmann (links) supportet Marius Baer in Turin an der Seite von Alain Pfammatter. Die beiden führen den Blog «douzepoints», der sich mit dem ESC beschäftigt.  

Tom Glanzmann (links) supportet Marius Baer in Turin an der Seite von Alain Pfammatter. Die beiden führen den Blog «douzepoints», der sich mit dem ESC beschäftigt.  

Privat
Der Präsident des Eurovision Club Switzerland, Tom Glanzmann, ordnet die Wettquoten rund um den grossen Musik-Event für 20 Minuten ein. 

Der Präsident des Eurovision Club Switzerland, Tom Glanzmann, ordnet die Wettquoten rund um den grossen Musik-Event für 20 Minuten ein. 

Privat
Marius Baer tritt im ESC-Finale mit dem Song «Boys Do Cry» für die Schweiz an.

Marius Baer tritt im ESC-Finale mit dem Song «Boys Do Cry» für die Schweiz an.

AFP

Darum gehts

  • Am 14. Mai findet das Final des diesjährigen Eurovision Song Contest statt.

  • Marius Baer vertritt mit dem Song «Boys Do Cry» die Schweiz.

  • Ob der Sänger im grossen Finale das Rennen macht? Tom Glanzmann, Präsident vom Eurovision Club Switzerland, gibt gegenüber 20 Minuten seine Einschätzung ab - Er rechnet mit dem 15. Rang. 

  • Dass die Ukraine, die in den Wettquoten ganz vorne liegt, gewinnen wird, glaubt der ESC-Experte nicht. Dafür reiche es trotz Solidarität musikalisch nicht.

  • Seiner Einschätzung nach dürften Schweden, Grossbritannien, Spanien oder Italien das Rennen machen.

Am 24. Mai findet das grosse Finale des Eurovision Song Contests statt. Marius Baer, der für die Schweiz den Song «Boys Do Cry» performt, hat es in die Endrunde geschafft. 20 Minuten spricht mit Tom Glanzmann, dem Präsidenten vom Eurovision Club Switzerland, wie er die Chancen des Appenzellers einschätzt.

«Er hat im Halbfinale und bei den Proben gezeigt, dass er eine wahnsinnig starke Stimme hat.» Der Song hingegen sei eher risikobehaftet: «Er ist langsam und passt eher in eine weihnachtliche Zeit. Daher wird er auch nicht alle ansprechen.» Der ESC-Experte, der Baer vor Ort in Turin unterstützt, rechnet nicht mit dem Sieg und geht davon aus, dass die Schweiz es auf den 15. Rang schaffen könnte.

Keine optimale Ausgangslage für die Schweiz

Schwierig dürfte laut Glanzmann ausserdem die Startnummer 5 sein, mit der Marius Baer am ESC-Rennen antritt. «Er ist eingebettet in eine Rock-Nummer von Finnland und eine fetzige Nummer von Frankreich. Das ist eine schwierige Ausgangslage», meint er und nimmt an, der 29-Jährige könnte zwischen den beiden untergehen. 

Entscheidend ist in den Augen des Experten jetzt: «Marius muss jetzt seine Motivation beibehalten und bis zum Schluss durchhalten.» Neben seiner Stimme dürfte der Schweizer auch mit seiner authentischen Persönlichkeit und den Emotionen, die er im Publikum wecken will, punkten. «Das wird er schaffen!», meint Glanzmann. Hauptsache sei, dass dieses Mal alles mit dem Licht funktioniere – das sei beim Halbfinale in den ersten 20 Sekunden seines Auftritts nicht gelungen.

Macht die Ukraine das Rennen?

Die Wettquoten rund um die konkurrenzierenden Länder laufen auf Hochtouren: Auf Platz eins steht seit langem die Ukraine – mit 60 Prozent –, darauf folgen Grossbritannien, Schweden und Italien. Marius Baer besetzt die 19. Stelle. 

Der Eurovision Song Contest möchte neutral und unpolitisch sein. Angesichts des Kriegs in der Ukraine gibt es aber Zweifel daran, wie realistisch diese Haltung dieses Jahr tatsächlich ist. Auch Glanzmann erklärt: «Das Weltgeschehen beeinflusst uns, und auch der ESC ist ein Spiegel der Aktualitäten. So eine Solidaritätsbekundung wäre ein schönes Zeichen.» 

«Die Ukraine hat keinen würdigen Siegessong»

Doch der ESC-Spezialist geht nicht davon aus, dass die Rap-Gruppe Kalush Orchestra mit dem Titel «Stefania» abräumen wird: «Trotz allem ist der Titel rein musikalisch betrachtet nicht gut genug, ein würdiger Siegessong zu sein.» Weiter meint Glanzmann sogar: «zu normalen Zeiten würde ich ihn nicht einmal in den Top Ten sehen.» 

Auf die Frage, wie fair der Wettbewerb unter diesen Umständen sei, meint Glanzmann: «Wenn die Jury und das Publikum so voten, ist es ein gerechtes Ergebnis.» Ob sie gewinnen oder nicht: Die Solidarität sei im Saal zu spüren. Im ersten Halbfinale sei der gesamte Saal während des Auftritts aufgestanden. «Die Stimmung war gigantisch, ich hatte Hühnerhaut.» 

Seiner Einschätzung nach dürften Schweden, Grossbritannien, Spanien oder Italien das Rennen machen.

Hol dir den People-Push!

Wenn du den People-Push abonnierst, verpasst du nichts mehr aus der Welt der Reichen, Schönen und der Menschen, bei denen nicht ganz klar ist, warum sie eigentlich berühmt sind.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann aufs «Einstellungen»-Zahnrad und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «People» an – schon läufts.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

13 Kommentare