Aktualisiert 05.05.2019 12:49

Verschwörungstheorie

Esoterik-Star demonstriert gegen 5G-«Fädenzieher»

Kampf den 5G-Strahlen: Esoterik-Shootingstar Christina von Dreien (18) organisiert in Bern einen Flashmob gegen die umstrittene Technologie.

von
20m
1 / 7
Christina von Dreien ist 18 Jahre alt kommt aus dem Toggenburg. Mit ihrem Heilversprechen begeistert sie seit Kurzem die Massen.

Christina von Dreien ist 18 Jahre alt kommt aus dem Toggenburg. Mit ihrem Heilversprechen begeistert sie seit Kurzem die Massen.

Sie wird als neuer Esoterik-Star der Schweiz, Österreich und Deutschland gehandelt.

Sie wird als neuer Esoterik-Star der Schweiz, Österreich und Deutschland gehandelt.

Screenshot Youtube
Der Sektenexperte Georg Schmid vergleicht die junge Toggenburgerin mit der kürzlich vestorbenen Sektenführerin Uriella.: «Die Weltanschauung der beiden ähnelt sich frappant, beide reden vom friedlichen Paradies. Viele ehemalige Fiat-Lux-Mitglieder hören heute auf Christina. Anders als Uriella nimmt Christina aber keine Heilungen vor und bezeichnet sich nicht als Sprachrohr Gottes. Sie selber sei eine sehr hohe Seele.»

Der Sektenexperte Georg Schmid vergleicht die junge Toggenburgerin mit der kürzlich vestorbenen Sektenführerin Uriella.: «Die Weltanschauung der beiden ähnelt sich frappant, beide reden vom friedlichen Paradies. Viele ehemalige Fiat-Lux-Mitglieder hören heute auf Christina. Anders als Uriella nimmt Christina aber keine Heilungen vor und bezeichnet sich nicht als Sprachrohr Gottes. Sie selber sei eine sehr hohe Seele.»

Keystone/Walter Bieri

Christina von Dreien (18) ist laut eigenen Angaben mit «einer multidimensionalen Wahrnehmung und mit anderen paranormalen Begabungen» ausgestattet. Mit diesen selbst diagnostizierten «Superkräften» und ihre Ausstrahlung hat die Toggenburgerin unzählige Anhänger aus der Schweiz, Deutschland und Österreich in ihren Bann gezogen.

Nun beschäftigt sich der Esoterik-Star mit künstlich erzeugter Strahlung: dem 5G-Funknetz. Gegen das Mobilfunknetz organisiert von Dreien am 19. Mai in Bern einen Flashmob. Wie das «St. Galler Tagblatt» schreibt, soll die Aktion «Stopp 5G» in der Berner Innnenstadt stattfinden und sich unter anderem gegen die sogenannten «Fädenzieher des Planeten» richten, die auch die Initianten des 5G-Netzes seien.

Nicht belegte Fakten

Hinter dem Mobilfunknetz wittert die Schweizer Esoterikerin nämlich eine grosse Verschwörung. Nicht nur die Technologie an sich sei das Problem, sondern die Überwachung und Manipulation von Gedanken und Gefühlen, die mit der neuen Netzgeneration auf uns zu käme. «Denn technische Geräte hören uns ab und können unsere Gedanken lesen», schreibt sie in einem Newsletter.

Obwohl von Dreien die Auswirkungen und Gefahren des 5G auf ihrer Webseite ziemlich genau schildert, schuldet sie dem Betrachter dennoch Erklärungen. Wer die Fadenzieher hinter dem ganzen sind, sagt sie nicht. Auch nicht, wo sie ihre diversen Informationen her hat. So etwa, warum 5G das Immunsystem der Bäume zerstört, «sodass diese alle absterben».

5G als Politikum

Die Weltgesundheitsbehörde WHO bewertet hochfrequente Mobilfunkstrahlung derzeit als «möglicherweise krebserregend». Das bedeutet, dass sich eine krebserregende Wirkung derzeit zwar nicht ausschliessen lässt, es aber auch keine Beweise dafür gibt.

Dennoch ist 5G nicht nur in Esoteriker-Kreisen ein Thema. Gerade wehren sich etwa auch verschiedene Schweizer Kantone gegen die Einführung des neuen Mobilfunkstandards.Politiker aus verschiedenen Kantonen haben beim Bund ein Moratorium – ein Gesuch um Aufschub – eingereicht. Damit wollen sie die Diskussionen um den neuen Mobilfunkstandard im nationalen Parlament ankurbeln.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.