Wickeln im Resti : «Essen und volle Windeln passen nicht zusammen»
Aktualisiert

Wickeln im Resti «Essen und volle Windeln passen nicht zusammen»

Ein Zürcher war ganz verdattert, als seine Tischnachbarin in einem Restaurant ihr Kind wickelte. «Zu Recht», sind sich die Fachleute einig.

von
som

Ein Restaurant in Zürich: Die Kellner bringen dampfende Teller zu den Tischen , als eine Mutter eine Windel aus ihrer Tasche holt. Seelenruhig wickelt sie ihr Kind, die anderen Gäste schauen betreten weg. «Darf man da was sagen?», fragt sich Ronorp-User Potzblitz, der am Nebentisch sass.

«Darf man», sind sich die Fachleute einig, die 20 Minuten mit dieser Frage kontaktiert hat. «Eigentlich wäre es sogar die Aufgabe des Servicepersonals, die Mutter darauf hinzuweisen, dass ein Restaurant nicht der ideale Ort zum Wickeln ist», findet etwa Knigge-Expertin Anneliese Stengel. Die meisten Lokale hätten einen Wickeltisch.

«Nicht verboten, aber stossend»

Dieser Meinung ist auch Ernst Bachmann, Präsident von Gastro Zürich und Restaurantbesitzer: «Wickeln im Restaurant ist zwar nicht verboten, dafür aber stossend.» Wenn ein Restaurant keinen Wickeltisch hätte, müssten sich Eltern halt nach einem ruhigen Platz erkundigen. Irgendeine Lösung werde sich schon finden: «Die Restaurantbetreiber sind ja sehr um das Wohl ihrer Gäste bemüht.»

Dass Essen und dreckige Windeln nicht zusammenpassen, findet auch Thomas Brunner, Leiter Netzstelle Deutschschweiz bei der Pro Juventute Elternberatung: «Gleichzeitig beobachten wir auch, dass es leider oft nicht als normal angesehen wird, wenn Kinder im öffentlichen Raum unterwegs sind.» Brunner fordert deshalb mehr Rücksichtnahme: «Gäste in einem Restaurant sollten sich beispielsweise über ein Kinderlachen am Nachbartisch nicht beschweren.»

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