Aktualisiert 30.11.2018 09:27

Allergischer SchockEstelle (19) überlebt Haarefärben nur knapp

Das Gesicht der Pariserin blähte sich auf, ihre Zunge schwoll an, ihr Herz begann zu rasen. Sie bekam kaum noch Luft – alles nur wegen einer neuen Haarfarbe.

von
fee

Das Gesicht einer französischen Studentin verdoppelt sich wegen Haarfärbemittel. ( Video: Le Parisien)

Beinahe wäre Estelle gestorben. Nachdem sich die 19-jährige Studentin aus Paris zuhause ein gängiges Haarfärbemitel aufgetragen hatte, schwoll ihr Kopf stark an. Innerhalb weniger Stunden wuchs ihr Kopfumfang von 56 auf 63 Zentimeter an.

Der Grund: Die Coloration enthielt den Stoff Phenylendiamin (PPD, siehe Box), auf den die junge Frau allergisch reagierte. Das berichtet «Le Parisien».

«Mein Kopf sah aus wie eine Glühbirne»

Estelle war sich dessen bewusst – sie hatte früher schon einmal auf eine andere Farbe reagiert. Deshalb testete sie die neue zunächst auf ihrer Haut. Als nach 30 Minuten nichts zu sehen war, trug die junge Frau die Farbe auf die Haare auf. Was dann passierte, sei schrecklich gewesen: «Ich konnte nicht mehr atmen, mein Kopf sah aus wie eine Glühbirne», wird Estelle zitiert.

Von ihrer Mutter in die Notaufnahme gebracht, erhielt die 19-Jährige eine Infusion bestehend aus Steroidhormonen und Antihistaminika. Danach durfte sie wieder nach Hause gehen.

Situation spitzt sich zu

Doch damit war das Problem nicht gebannt. Estelles Kopf blähte sich weiter auf, die Augen schwollen zu und auch die Zunge schwoll zu. Auf dem Weg ins Spital schwebte sie plötzlich in Lebensgefahr. Sie bekam Herzrasen und Atemnot und drohte zu ersticken. Erst eine Adrenalin-Spritze konnte sie retten.

Doch warum hatte Estelles Körper nicht schon beim Test auf der Haut reagiert? Es sei ihr Fehler gewesen, gibt die 19-Jährige zu: Sie sei zu ungeduldig gewesen. Denn statt bloss 30 Minuten zu warten, empfiehlt der Hersteller dies 48 Stunden zu tun. Darauf möchte sie nun andere Menschen aufmerksam machen.

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Estelle will ihre Haare nie wieder färben, denn ihr letzter Versuch lief gefährlich schief.

Estelle will ihre Haare nie wieder färben, denn ihr letzter Versuch lief gefährlich schief.

Screenshot Youtube/Le Parisien
Ihr Kopf und ihre Zunge schwollen stark an. Als Atemnot und Herzrasen dazu kamen, wurde die Situation lebensgefährlich. Erst eine Adrenalin-Spritze konnte sie retten.

Ihr Kopf und ihre Zunge schwollen stark an. Als Atemnot und Herzrasen dazu kamen, wurde die Situation lebensgefährlich. Erst eine Adrenalin-Spritze konnte sie retten.

Screenshot Youtube/Le Parisien
Schuld an der heftigen Reaktion war der Inhaltsstoff Phenylendiamin, kurz PPD.  Laut Catherine Oliveres-Ghouti vom französischen Hautärzteverband sind etwa drei Prozent der Bevölkerung allergisch darauf.

Schuld an der heftigen Reaktion war der Inhaltsstoff Phenylendiamin, kurz PPD. Laut Catherine Oliveres-Ghouti vom französischen Hautärzteverband sind etwa drei Prozent der Bevölkerung allergisch darauf.

Screenshot Youtube/Le Parisien

Was ist PPD?

Phenylendiamin findet sich wegen seiner Färbeeigenschaften vorrangig in dunklen Colorationen wieder. Bei konventionellen Haarfärbemittel ist der PPD-Gehalt mit maximal zwei Prozent limitiert. Das von Estelle gekaufte Mittel, soll nur halb soviel beinhaltetet haben.

Vorsicht ist übrigens auch im Urlaub geboten: In einigen Ländern wird PPD zum Abdunkeln der sonst rotbraunen Henna-Tattoos verwendet.

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