Video-Botschaft: ETA-Kämpfer wollen Waffen abgeben
Aktualisiert

Video-BotschaftETA-Kämpfer wollen Waffen abgeben

Die Separatistenorganisation will ihr gesamtes Waffenarsenal aufgeben, ausserdem sollen die Waffen versiegelt werden. Die Organisation will in Zukunft ohne Waffen bestehen.

ETA-Mitglieder verkünden in einer Video-Botschaft ihre Absichten.

ETA-Mitglieder verkünden in einer Video-Botschaft ihre Absichten.

Die baskische Separatistenorganisation ETA hat eigenen Angaben zufolge damit begonnen, die Waffen ihrer Mitglieder aus dem Verkehr zu ziehen.

Ziel sei es, letzten Endes den gesamten Waffenbestand aufzugeben, teilte die Gruppe am Samstag in einer Erklärung in der baskischen Zeitung «Gara» mit. Die für ein unabhängiges Baskenland kämpfende Gruppe hatte 2011 ihren Verzicht auf Gewalt erklärt.

Es ist die erste Stellungnahme der Terrororganisation, seit ein internationales Inspektorenteam am 21. Februar gemeldet hatte, dass ETA ein kleines Waffenlager an einem unbekannten Ort versiegelt habe. Die spanische Regierung bezeichnete diesen Schritt indes als «bedeutungsloses Theater».

ETA will weiterhin bestehen

Westeuropas letzte grosse bewaffnete Separatistenbewegung wird von den USA und der Europäischen Union als Terrororganisation eingestuft. Im Oktober 2011 hatte sie zwar das Ende ihres bewaffneten Kampfs verkündet und im November desselben Jahres die Bereitschaft zur Abgabe ihrer Waffen erklärt.

Eine Selbstauflösung lehnt die ETA jedoch ab, und auch konkrete Schritte zur Entwaffnung waren zunächst ausgeblieben. Nun aber versprach die ETA die Aufgabe ihres gesamten Waffenarsenals.

Die ETA war 1959 während der Franco-Diktatur von einer Gruppe baskisch-nationalistischer Studenten gegründet worden. Sie wird für den Tod von mehr als 820 Menschen während ihres bewaffneten Kampfes für ein unabhängiges Baskenland im Norden Spaniens und Südwesten Frankreichs verantwortlich gemacht.

Als ihre letzten Opfer gelten zwei Polizisten, die 2009 durch eine Autobombe getötet wurden. Zahlreiche ETA-Führungskader waren in den vergangenen Jahren festgenommen worden, etwa 30 aktive Mitglieder sind schätzungsweise auf der Flucht. (sda)

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