ETA-Partei: Friedensprozesses nicht abgebrochen
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ETA-Partei: Friedensprozesses nicht abgebrochen

Der politische Arm der ETA will den Friedensprozess mit der spanischen Regierung retten, den Madrid nach dem jüngsten Attentat der baskischen Untergrundorganisation für beendet erklärt hat.

Der Friedensprozess sei nicht abgebrochen, erklärte die verbotene Partei Batasuna am Mittwoch im südfranzösischen Bayonne. Es sei so wichtig wie nie zuvor, politische Fortschritte zu erzielen.

Batasuna-Sprecher Xabi Larralde forderte insbesondere die französische Regierung auf, in der kritischen Phase ihre Verantwortung zu übernehmen. Für Paris scheine das Problem des Baskenlandes nicht zu existieren, sagte er.

Der spanische Innenminister Alfredo Perez Rubalcab hatte den neunmonatigen Friedensprozess, der durch die Erklärung einer Waffenruhe durch die ETA begann, am Dienstagabend für beendet erklärt. Die ETA habe das Ende selbst herbeigeführt mit ihrem Bombenanschlag auf dem Flughafen von Madrid, sagte Rubalcab. Dabei waren am Samstag 26 Menschen verletzt worden, zwei Personen wurden noch vermisst.

Ein weiteres Führungsmitglied der verbotenen Partei Batasuna, Pernando Barrena, sagte am Mittwoch in Madrid, es gebe keinen eindeutigen Beweis dafür, dass die von der ETA im März verkündete Waffenruhe gebrochen worden sei. Er verwies darauf, dass die ETA sich nicht zu dem Anschlag bekannt habe.

«Niemand hat einen Anschlag wie in Madrid erwartet», sagte ein anderes Mitglied von Batasuna, Joseba Alvarez, im baskischen Radio. Er forderte, dass die ETA den Grund für den Anschlag öffentlich nenne.

Ein Toter gefunden

Vier Tage nach dem Anschlag wurde einer der zwei Vermissten tot unter den Trümmern gefunden. Rettungskräfte fanden die Leiche eines der zwei vermissten ecuadorianischen Hilfsarbeiter am Mittwoch, wie das spanische Radio berichtete. Der beim Anschlag auf ein Parkhaus des grössten Madrider Flughafens vom Samstag getötete Mann ist das erste Todesopfer eines ETA-Anschlags seit mehr als drei Jahren.

Nach dem zweiten Ecuadorianer wurde weiter gesucht. Die Schwierigkeiten bei der Bergung wurde damit erklärt, dass die Vermissten möglicherweise verbrannt seien.

Nach der Explosion hätten bis zu tausend Grad im Parkhaus geherrscht, sagte der Leiter des Zivilschutzes von Madrid, Alfonso del Alamo. Die beiden Männer schliefen in ihren Autos, als die Bombe in ihrer Nähe explodierte. Bei der Explosion der Autobombe war das Parkhaus zerstört worden. 19 Menschen wurden dabei verletzt. (dapd)

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