Ärgernis: Etablissement erhitzt Gemüter der Meinisberger
Aktualisiert

ÄrgernisEtablissement erhitzt Gemüter der Meinisberger

Ein geplantes Puff sorgt in Meinisberg für rote Köpfe: Gewerbler bangen um ihre Kundschaft, Einwohner haben Angst vor Kriminellen.

von
Fabienne Wittwer
In diesem Haus soll schon bald eine Kontaktbar betrieben werden.

In diesem Haus soll schon bald eine Kontaktbar betrieben werden.

Im Chutzen, einem Gebäudekomplex in der Meinisberger Dorfmitte, soll bald eine Kontaktbar mit sieben Zimmern betrieben werden. Unter demselben Dach befinden sich Wohnungen, Geschäfte und eine Poststelle. «Einige Kunden haben schon angekündigt, dass sie nicht mehr zu mir kommen werden», sagt eine Ladenbesitzerin. Speziell die männlichen Kunden hätten Angst, man würde denken, sie gingen ins Bordell. Auch ihre Wohnung im Chutzen will die Ladenbetreiberin aufgeben, weil die Prostituierten mit ihren Kunden direkt an ihrer Wohnungstür vorbeigehen würden. «Einer Familie hat man sogar schon die Wohnung gekündigt, um Platz für die Zimmer zu schaffen», sagt sie.

Ein weiteres Ärgernis ist, dass die Bar vis-à-vis einem Schulhaus liegt. «Klar muss es solche Bars geben, aber doch nicht direkt bei Schule und Kindergarten», empört sich Einwohnerin Susanne Zweifel. Dass dieses Gewerbe Kriminalität mit sich bringen werde, sei klar. Mit einem Flyer wollte sie die 1300 Einwohner des Dorfes mobilisieren. «Aber die haben Angst, ihre Meinung zu sagen», so Zweifel. Noch ist der Betrieb der Kontaktbar nicht bewilligt: «Bis jetzt ist kein Gesuch eingegangen», sagt Gemeindepräsident Rudolf Steiner. «Trotzdem werden die Räume bereits renoviert», so die Ladenbesitzerin.

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