eTalk mit Ex-Neonazi Patrick Sandmeier
Aktualisiert

eTalk mit Ex-Neonazi Patrick Sandmeier

Patrick Sandmeier war vier Jahre lang ein Neonazi. Mit 20 stieg er aus und blieb trotz Drohungen seiner ehemaligen Kameraden standhaft und der Szene fern. Im eTalk am Dienstag, 30. Januar, berichtet Patrick Sandmeier über seine Erfahrungen.

Als Patrick Sandmeier 16 Jahre alt war, ist er durch Kollegen zur rechten Szene gestossen. Er hatte, wie er selber sagt, oft «Probleme mit Ausländern» und als er an einem Neonazi-Konzert war, «die Menschen, das Gedankengut und die Kameradschaft sah und erfahren habe», schloss er sich der Szene an.

Vier Jahre lang war Sandmeier mit «Bomberjacke, Glatze und Springerstiefeln» unterwegs und «erlebte die Szene mit allen Schattenseiten.» Schlägereien, Alkohol und Pöbeleien gehörten zu seinem Leben wie «das 'dumme Gegaffe' von Menschen auf der Strasse.»

Sogar während seiner Arbeit in der Lehre weigerte sich Sandmeier mit Ausländern zusammen zu arbeiten.

Mit knapp 20 merkte er, das er sich nicht mehr ganz mit den Einstellungen seiner Kameraden identifizieren konnte und er begann, sich Gedanken über die Zukunft und das Leben zu machen.

Im August 2002 war er das erste und letzte Mal auf dem Rütli. «Der Aufmarsch der Rechten Szene hat mich nochmals beeindruckt.» Im Januar 2003 hat er sich dann «endgültig und definitiv» aus der Szene zurückgezogen. Negative Reaktionen und Drohung blieben nicht aus, «doch ich konnte mich immer durchsetzen und fiel nicht zurück.»

Sandmeier gründete das Projekt zugera.ch (ZUsammen GEgen RAssismus). Sandmeier: «Zugera soll eine Plattform werden, die sich an jugendliche Opfer und Täter der Szene richtet. Wir wollen Kindern zeigen, was Rassismus genau ist. Wir wollen versuchen, der Szene keinen Zuwachs zu geben, sondern abzubauen.»

Dienstag, 30. Januar 2007

von 12 bis 13 Uhr

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