Vuelta: Etappensieg für Albasini
Aktualisiert

VueltaEtappensieg für Albasini

Michael Albasini sprintet in der 13. Etappe der Spanien-Rundfahrt zu Sieg. Für den Schweizer ist es der dritte Etappenerfolg in diesem Jahr. Gesamtleader bleibt der Brite Bradley Wiggins.

Michael Albasini fährt für das HTC-Highroad-Team.

Michael Albasini fährt für das HTC-Highroad-Team.

Michael Albasini hat erstmals eine Etappe in einer der drei grossen Landesrundfahrten gewonnen. Der Ostschweizer entschied die 13. Etappe der Vuelta im Spurt in Ponferrada für sich. Bradley Wiggins (Gb) blieb Gesamterster.

Es handelte sich am Schluss des 13. Teilstückes um eine jener Ankünfte, die Michael Albasini so liebt - eine nicht zu grosse Gruppe, in der er sich als einer der endschnellsten Fahrer einstufen kann. Genauso war es in Ponferrada, und der Ostschweizer wusste um seine Chance. 4 km vor Schluss wagte Albasini einen Vorstoss, der wieder gekontert wurde. Danach hetzte er jedem Gegner nach, der den Erfolg ebenfalls mit der Attacke suchte. Auf der Zielgeraden sah es für den Radprofi mit dem Lehrerpatent locker aus: Albasini siegte klar, nachdem er selbst den Spurt lanciert hatte.

Sieg selbst für Albasini überraschend

«Zuerst galt für mich der Gedanke, diese Etappe zu überleben. In den vielen Steigungen habe ich sehr gelitten. Aber nachdem ich nach dem letzten Berg immer noch in der Spitzengruppe steckte, sagte ich mir, dass alles möglich sei», erklärte Albasini nach seinem dritten Saisonerfolg. Der Ostschweizer hatte sich in dieser Saison schon in einer Etappe der Bayern-Rundfahrt sowie im GP des Kanton Aargau in Gippingen als Sieger feiern lassen können. Zudem wurde Albasini in der Baskenland-Rundfahrt als Bergkönig ausgezeichnet. In seiner seit 2003 andauernden Laufbahn als Berufsfahrer gelang Albasini in Ponferrada der zwölfte Triumph. Dazu zählen auch die Grossbritannien- (2010) und die Österreich-Rundfahrt (2009). Neben den beiden Zeitfahren-Erfolgen von Fabian Cancellara vor zwei Jahren muss man in der Statistik der Vuelta bis ins Jahr 2001 zurückgehen, um auf den letzten Etappensieg eines Schweizers in einer Etappe mit Massenstart zu stossen (Beat Zberg, 13. Etappe, Andorra - Port Aventura).

In seiner Sportgruppe HTC-High Road ist das Sprinter-Ass Mark Cavendish der grosse Siegfahrer. Der Brite nahm die Vuelta in Angriff, hat aber längst die Heimreise angetreten. Albasini trotzte der zu Beginn der Vuelta grossen Hitze und verwies nach seinem Etappensieg darauf, dass auch die anderen Fahrer des Teams, dessen Auflösung seit einigen Wochen feststeht, zur Erfolgsbilanz beitragen. Der Ostschweizer weiter: «Alle Fahrer der Mannschaft sind für das nächste Jahr bei anderen Sportgruppen untergekommen. Das spricht für die Qualität der Athleten.»

In der Fluchtgruppe zum Erfolg

In der zeitweise 29 Fahrer starken und am Schluss noch 20 Athleten umfassenden Fluchtgruppe steckte mit Oliver Zaugg ein zweiter Schweizer. Der Teamkollege von Fabian Cancellara versuchte sein Glück 6 km vor dem Ziel. Dem Leichtgewicht war auf der flachen Anfahrt kein Erfolg beschieden. Dennoch erreichte Zaugg den 6. Platz, was für seinen Kampfgeist und für seine Frische spricht, nachdem er in erster Linie Helferdienste für Jakob Fuglsang (Dä) leistet.

Der Leader Bradley Wiggins (Gb) und seine Helfer hielten das Geschehen auf dem anspruchsvollen Teilstück in Kastilien und Leon mit über 3000 Höhenmetern jederzeit unter Kontrolle. Der Gesamterste und seine Mannschaftsgefährten werden an diesem Wochenende weiterhin gefordert sein. Heute Samstag haben die Organisatoren der Vuelta in Asturien eine Bergankunft bei den Bergen von Somiedo vorgesehen. Dieses in der Geschichte der Rundfahrt erstmalige Ziel bedeutet für die Fahrer eine 15 km lange Steigung mit 1000 Höhenmetern. Morgen Sonntag steht der Anglirù auf dem Programm, eine der härtesten Anstiege in Europa mit bis zu 23 Steigungsprozenten.

Spanien_Rundfahrt. 13. Etappe, Sarria - Ponferrada (158,2 km):

1. Michael Albasini (Sz) 4:19:39

2. Eros Capecchi (It)

3. Daniel Moreno (Sp)

4. David de la Fuente (Sp)

5. Nicolas Roche (Irl)

6. Oliver Zaugg (Sz), alle gleiche Zeit

Gesamtklassement:

1. Bradley Wiggins (Gb) 51:14:59

2. Christopher Froome (Gb) 0:07

3. Fredrik Kessiakoff (Sd) 0:09

Deine Meinung