Berater des Bundes: ETH-Experte fordert Tötung von Terroristen
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Berater des BundesETH-Experte fordert Tötung von Terroristen

ETH-Sicherheitsexperte Prem Mahadevan berät den Bund in Sicherheitsfragen. Er befürwortet einen unzimperlichen Umgang mit Terroristen.

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num
Vom ETH-Forscher gewünscht: Polizisten patrouillieren mit Maschinenpistolen am Zürcher HB.

Vom ETH-Forscher gewünscht: Polizisten patrouillieren mit Maschinenpistolen am Zürcher HB.

Keystone/Pascal Mora

Prem Mahadevan (31) forscht am Zentrum für Sicherheitsstudien (CSS) der ETH Zürich. Sein Spezialgebiet ist der internationale Terror und dessen Bekämpfung. Im Interview mit der «Aargauer Zeitung» wählt er ungewöhnlich deutliche Worte für die richtigen Mittel im Kampf gegen den Terrorismus.

Mahadevan sagt: «In erster Linie müssen wir Terroristen, die einen Anschlag planen, finden und unschädlich machen. Man kann das entweder mit Drohnenangriffen tun oder mittels Strafverfolgung.» Auch gezielte Tötungen von Terroristen schliesst er nicht aus. «Wo es in Kriegsgebieten und gescheiterten Staaten hilft und rechtlich möglich ist, warum nicht?»

«Was nützt ein Polizist mit seiner Dienstwaffe?»

Zudem stellt er die Frage, ob die Schweiz gegen eine mögliche Terrorattacke gut gewappnet sei. Als Beispiel wählt er die Bewaffnung der Polizei. «Was nützt ein Polizist am HB Zürich, nur mit seiner Dienstpistole bewaffnet?» Mahadevans Meinung nach bräuchte die Polizei Maschinenpistolen, um gegen mit Kalaschnikow-Sturmgewehren bewaffnete Terroristen etwas ausrichten zu können.

Um einen Angriff wie in Paris stoppen zu können, brauche es entschlossene Geheimdienstarbeit und ein sofortiges und hartes Eingreifen der Polizei, sagt Mahadevan zur «Aargauer Zeitung». Nach wie vor hält er die Schweiz aber für ein sicheres Land. Dennoch könne auch hier etwas passieren.

CSS-Institut distanziert sich

Laut des ETH-Forschers wird der Terror eine Gefahr in Europa bleiben. «Es geht darum, die Terroristen davon abzuhalten, an Sprengstoff und Waffen heranzukommen und ihre Taten zu verhindern.» Die Bevölkerung müsse misstrauischer werden – gerade weil die Behörden auf Hinweise angewiesen seien.

Mahadevans brachiale Vorschläge kommen bei seinem eigenen Institutsleiter nicht gut an. Andreas Wenger sagt zu Blick.ch: «Es handelt sich um seine persönliche Meinung.» Die Aussagen im Interview hätten keinen institutionellen Charakter.

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