Gefährliche Gegend: ETH-Forscher weisen schwere Seebeben nach
Aktualisiert

Gefährliche GegendETH-Forscher weisen schwere Seebeben nach

Das Thoku-Beben vom 11. März 2012 hatte mindestens drei ähnlich starke Vorgänger. Dies ergaben Analysen des Meeresbodens in der Tiefsee vor Japan unter Beteiligung der ETH Zürich.

Das verheerende Erdbeben und der darauffolgende Tsunami am 11. März 2011 haben nicht nur an der japanischen Küste Spuren hinterlassen, sondern auch in der Tiefsee, wo sich das Epizentrum befand. Die Wissenschaftler waren mit dem deutschen Forschungsschiff «Sonne» über dem Japanischen Graben gekreuzt, etwa 130 Kilometer vor der Küste. Dabei hatten sie mittels Fächerecholot das Profil des Meeresbodens vermessen. Erste Ergebnisse gaben sie am Mittwoch auf der Generalversammlung der Geowissenschaftlichen Union (EGU) in Wien bekannt.

Ein Vergleich mit älteren Daten zeigte, dass sich der Meeresboden beim so genannten Thoku-Erdbeben auf einem Gebiet von über 15 000 Quadratkilometern um durchschnittlich etwa fünf Meter gehoben hat und dass grosse Erdbewegungen stattgefunden haben. Die Erdkruste riss auf etwa 400 Kilometern Länge auf und einzelne Bereiche wanderten um bis zu 50 Meter nach Osten.

Bohrkerne zeugen von früheren Beben

Die Forschungsgruppe um Michael Strasser vom Geologischen Institut der ETH Zürich entnahm zudem Bohrkerne des Meeresbodens in 1350 bis 7550 Metern Tiefe. In den Proben konnten die Wissenschaftler den «Fingerabdruck» des Thoku-Erdbebens nachweisen.

In den Ablagerungen in den Kernen fanden Strasser und seine Kollegen Spuren von mindestens drei weiteren Beben ähnlichen Ausmasses in der Vergangenheit. Sie entdeckten Mikrofossilien in 7550 Meter Tiefe, die eigentlich nur bis in 4000 Meter tiefen Meeresböden zu finden wären. Dies seien eindeutige Hinweise auf Unterwasserbeben, erklärte der Forscher gegenüber der Nachrichtenagentur APA.

In weiteren Untersuchungen wollten sie Hinweise darauf finden, wann diese Verwerfungen im Meeresboden stattgefunden haben, so Strasser. Diese Arbeiten könnten dabei helfen, die Auftrittswahrscheinlichkeit solcher Beben zukünftig besser einzuschätzen. (sda)

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