Aktualisiert 25.08.2015 10:28

ZürichETH-Forscher wollen Öl-Heizungen verbieten

Wissenschaftler haben eine Initiative eingereicht. Sie fordert die Abschaffung von Öl- und Gasheizungen und stösst auf breite Unterstützung.

von
ced
ETH-Wissenschaftler lancierten am Montag eine Einzelinitiative.

ETH-Wissenschaftler lancierten am Montag eine Einzelinitiative.

Bis 2050 soll im Kanton Zürich der CO2-Ausstoss pro Kopf und Jahr von 5 auf 2,2 Tonnen reduziert werden. Nicht genug für ETH-Architekt Niklaus Haller. Er hat deshalb am Montag eine Einzelinitiative eingereicht. Ansetzen will er im Gebäudebereich – dieser sei für ein Drittel der CO2-Emissionen in der Schweiz verantwortlich.

Die Initiative fordert, dass die Emissionen aus nicht erneuerbaren Quellen wie Öl und Gas schrittweise bis auf null reduziert werden. Bei Neubauten soll dies bereits zehn Jahre nach Annahme der Initiative gelten, bei bestehenden Gebäuden nach 18 Jahren. Unterstützt wird Hallers Anliegen laut dem «Landboten» von über 40 Wissenschaftlern.

Alternative Systeme sind billiger

Einer der Befürworter ist ETH-Professor Reto Knutti. Er findet den Ansatz richtig und realistisch: «Im Gebäudesektor sind Technologien seit langer Zeit vorhanden, um fossile Brennstoffe vollständig zu eliminieren», sagt er zum «Landboten». Dazu brauche es nur klare Vorgaben und Anreize. Der Vollzug selber sei einfach und schnell möglich.

Höhere Kosten erwartet das Initiativkomitee nicht, da die Fristen sowieso den üblichen Erneuerungszyklen von Heizungen entsprächen. Tendenziell könnten sogar Kosten eingespart werden, da alternative Heizsysteme aufs Jahr gesehen billiger sind als Öl- und Gasheizungen.

Volksinitiative möglich

Zusätzliche Unterstützung erhält die Initiative vom bekannten Städtebauer Vittorio Lampugnani, der ETH-Rektorin Sarah Springman sowie Hansjürg Leibundgut. Der emeritierte ETH-Professor für Gebäudetechnik sagt, es sei höchste Zeit, endlich die Energiewende einzuleiten: «Wir können uns das Verbrennen von fossilen Brennstoffen schlicht nicht mehr leisten.»

Für die Unterstützung der Einzelinitiative sind im Kantonsrat mindestens 60 Ja-Stimmen nötig. Sollte der Vorstoss abgeschmettert werden, schliesst das Komitee auch die Lancierung einer Volksinitiative nicht aus.

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