Zürich: ETH-Mitarbeiter brutal überfallen

Aktualisiert

ZürichETH-Mitarbeiter brutal überfallen

Zwei vorbestrafte Jungräuber aus Oberengstringen haben einen ETH-Arbeiter auf offener Strasse brutal überfallen. Nun müssen die beiden Täter für zweieinhalb Jahre sowie 18 Monate hinter Gitter.

von
Attila Szenogrady

Das Tatmotiv der beiden jungen Männer aus Oberengstringen war erschreckend einfach: Sie hatten in jener Nacht auf den 31. Januar 2010 zu wenig Geld für den Ausgang. Bedenklich war dabei auch, dass der heute 20-jährige Portugiese und sein 19-jähriger Schweizer Komplize erst im Oktober 2009 eine Taxilenkerin aus Dietikon überfallen hatten. Trotz laufender Strafuntersuchung schlugen die Limmattaler erneut zu.

Passanten auf offener Strasse überfallen

Die Angeklagten liessen sich von einem 20-jährigen Bekannten aus Geroldswil nach Zürich-Höngg chauffieren. Dort suchten sie sich am Wasser spontan einen Fussgänger als Opfer aus. Es handelte sich um einen heute 27-jährigen Mitarbeiter der ETH Hönggerberg. Der ahnungslose Wissenschaftler befand sich auf dem Heimweg, als er plötzlich um 0.45 Uhr von den beiden Angeklagten nach einer Zigarette befragt wurde.

Als er verneint hatte, ging der Portugiese plötzlich mit einem Faustschlag zum Angriff über. Er streckte den überraschten Geschädigten zu Boden und hielt diesen brüsk an der rechten Schulter fest. Gleichzeitig riss der Schweizer Täter dem Opfer das Portemonnaie aus der Hosentasche und rannte davon. Was den Südeuropäer nicht daran hinderte, weiter auf die beraubte Person einzuschlagen und diesem auch noch einen Fusstritt in den Bauch zu versetzen. Dann suchte das Duo mit der Hilfe ihres Chauffeurs das weite.

Komplizen des erstochenen Taxiräubers

Fest steht, dass die drei Angeklagten schon kurz darauf ihre Beute für 120 Franken und 40 Euro in Schlieren verprassten. Sie gaben das Geld im Restaurant McDonalds und im Club «Sax» aus. Das Opfer wurde indessen mit einer Gehirnerschütterung, einer ausgerenkten Schulter, einer Prellung am Kiefergelenk sowie einer Verletzung am Daumen ins Spital eingeliefert.

Am Montag standen die im letzten Juni erwischten Angeschuldigten vor dem Bezirksgericht Zürich und waren in der Sache grundsätzlich geständig.

Bei den beiden Männern aus Oberengstringen handelte es sich um die früheren Komplizen eines Taxiräubers, der am 30. März 2010 vor dem berüchtigten Zürcher Club «Q» erstochen worden war.

Hohe Freiheitsstrafen

Die Anträge der Verteidiger auf milde Bewährungsstrafen bis zu zehn Monaten hatten keine Chance. Im Gegenteil: Das Gericht ging über die Anträge der Anklage, welche für die beiden einschlägig vorbestraften Haupttäter je 18 Monaten unbedingt verlangt hatte, sogar teilweise hinaus. Der 19-jährige Schweizer aus Oberengstringen erhielt wegen Raubes eine unbedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten.

Der Portugiese kassierte 21 Monate und soll zudem eine ehemals bedingte Vorstrafe von neun Monaten zusätzlich absitzen. Was insgesamt 30 Monate Knast bedeutete. Mehr Glück hatte der Chauffeur. Er kam als Ersttäter und blosser Gehilfe mit einer bedingten Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu 50 Franken davon. Die Angeklagten wurden verpflichtet, dem Opfer einen Schadenersatz von über 500 Franken sowie eine Genugtuung von 3000 Franken zu bezahlen.

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