Pritzker-Preis 2021 für Lacaton Vassal: ETH-Professorin erhält wichtigsten Architekturpreis des Jahres
Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal sind mit dem renommierten Pritzker-Preis für Architektur ausgezeichnet worden.

Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal sind mit dem renommierten Pritzker-Preis für Architektur ausgezeichnet worden.

AFP
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Pritzker-Preis 2021 für Lacaton VassalETH-Professorin erhält wichtigsten Architekturpreis des Jahres

Anne Lacaton und ihr Partner Jean-Philippe Vassal werden mit dem diesjährigen Pritzker-Preis, dem wichtigsten Architekturpreis, ausgezeichnet. Lacaton hat bis vor Kurzem an der ETH in Zürich unterrichtet.

von
Gloria Karthan

Der Pritzker-Preis, die wohl höchste Ehre in der Architektur-Welt, geht 2021 an das Duo Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal. Sie hätten nicht nur das Erbe der architektonischen Moderne erneuert, sondern ausserdem die Definition des Berufsstands berichtigt, schreibt die Hyatt Foundation, die hinter dem Preis steht, in einer Mitteilung.

Was ist der Pritzker-Preis?

Der Pritzker-Preis ist der renommierteste Architekturpreis der Welt. Er wurde 1979 erstmals vom US-Amerikaner Jay Pritzker und dessen Frau Cindy Pritzker gestiftet und ist mit 100.000 Dollar dotiert. Frühere Preisträger und Preisträgerinnen sind unter anderem Zaha Hadid, Rem Koolhaas und Norman Foster. Jacques Herzog und Pierre de Meuron (2001) und Peter Zumthor (2009) sind bisher die einzigen Schweizer, deren Lebenswerk mit dem Preis gewürdigt wurde.

Ihr Motto «Umbau vor Neubau» machte das Duo weltweit zu Vorbildern für ressourcenschonendes und sozial gerechtes Bauen – die beiden haben viele bestehende Gebäude in neue, häufig erschwingliche Wohnanlagen umgebaut. Bei ihren Projekten vom Städtebau bis zum privaten Wohnraum legen sie stets Wert darauf, dass diese wirtschaftlich, ökologisch und sozial nachhaltig sind.

Das wohl bekannteste Gebäude der beiden ist der Palais de Tokyo, das bei einem Citytrip nach Paris immer einen Besuch wert ist.

Das wohl bekannteste Gebäude der beiden ist der Palais de Tokyo, das bei einem Citytrip nach Paris immer einen Besuch wert ist.

Philippe Ruault
Die Architekturschule in Nantes hat das Duo 2009 gebaut.

Die Architekturschule in Nantes hat das Duo 2009 gebaut.

Philippe Ruault
Dieses Haus im französischen Floirac transformiert sich je nach Wetter und Jahreszeit.

Dieses Haus im französischen Floirac transformiert sich je nach Wetter und Jahreszeit.

Philippe Ruault

«Gute Architektur ist offen. Offen für das Leben, offen, um die Freiheit aller zu fördern», sagt Lacaton. «Sie sollte nicht demonstrativ oder imposant sein, sondern etwas Vertrautes, Nützliches und Schönes. Und sie muss das Leben, das in ihr stattfindet, still unterstützen.»

Gemeinsam hat das Architektur-Duo an über 30 Projekten in Europa und Afrika gearbeitet. Das wohl bekannteste ist der Aus- und Umbau des Ausstellungsgebäudes Palais de Tokyo in Paris. Seit 2017 lehrte Lacaton am Architektur-Departement der ETH Zürich, mittlerweile ist sie emeritiert. Vassal unterrichtet seit 2012 an der Universität der Künste in Berlin. Die beiden lernten sich während des Studiums in den 1970ern in Bordeaux kennen und eröffneten in den 80ern ein Architekturbüro in Paris.

Deine Meinung

11 Kommentare
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nicoletta die richtige

17.03.2021, 16:46

Und für sowas erhalten die Beiden einen solchen Preis? Mit Verlaub, da kenne ich andere Architekten, die diesen Preis wirklich verdient hätten. Aber ist halt (wie meistens) reine Geschmackssache.

Frank L W

17.03.2021, 14:46

Noch nie von diesem Preis gehört. Den meisten hier dürfte es genau gleich ergehen. Auch diese Lehrerin ist absolut kein Begriff.

Reiner Winkler

17.03.2021, 14:46

Ich habe in Genf an dem Halta Ceva Hochhaus mitgearbeitet. Die Baustelle war eine einzige Katastrophe. Ich hoffe andere Projekte von ihr / ihnen sind nicht dermassen falsch konzipiert