Ethos attackiert Spuhler

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Ethos attackiert Spuhler

Die Anlagestiftung Ethos nimmt zwei Verwaltungsräte von UBS und CS ins Visier, um gegen die Vergütungen der beiden Grossbanken in der Teppichetage zu protestieren.

Ethos rät den Aktionären, die Verwaltungsräte Peter Spuhler und Aziz Syriani nicht im Amt zu bestätigen. Die beiden Banken halten an ihren Anträgen fest.

Ethos begründete den Vorstoss am Dienstag damit, dass die Aktionäre in der Schweiz nicht über die Lohnpolitik abstimmen könnten. Also bleibe ihnen als Alternative nur die Möglichkeit, die für die Vergütung verantwortlichen Mitglieder des Verwaltungsrats nicht mehr wiederzuwählen.

Im Falle der Generalversammlung (GV) der UBS vom kommenden 18. April richtet sich der Widerstand gegen den Thurgauer Unternehmer und SVP-Nationalrat Peter Spuhler. Seine unternehmerische Fähigkeiten würden dadurch in keiner Weise in Zweifel gezogen, teilte Ethos mit.

Unbegrenzte Boni

Hingegen sei er als Mitglied des Vergütungsausschusses an der Festlegung der UBS-Lohnpolitik beteiligt, die in klarem Gegensatz zur internationalen Best Practice stehe. Ethos erinnerte daran, dass sich an der letztjährigen GV 25 Prozent der Stimmenden gegen die Schaffung von bedingtem Kapital für Optionspläne ausgesprochen haben.

Ungeachtet dieses Widerstands fahre die Bank fort, jährlich mehr als drei Prozent des Kapitals in Form von Aktien und Optionen zuzuteilen, obwohl die Best Practice das akzeptable Maximum auf ein Prozent pro Jahr festlege. Zudem seien die Performance-Kriterien für die Ausübung der Optionen ungenügend und die Boni unbegrenzt. Kritisiert wird auch die Weigerung der UBS, der GV eine Abstimmung über die Lohnpolitik einzuräumen.

3 Prozent des Aktienkapitals in die Teppichetage

Im Falle der CS richtet sich die Abwahlempfehlung gegen den Präsidenten des Vergütungsausschusses, Syriani. Die CS-Beteiligungspläne seien zwar modifiziert worden. Alle Beteiligungspläne zusammen führten aber dazu, dass jährlich durchschnittlich mehr als drei Prozent des Aktienkapitals dem Kader zugeführt würden. Der Kanadier Syriani sitzt seit 1998 als Vertreter des saudischen Grossaktionärs Olayan Group im CS-Verwaltungsrat; den Vergütungsausschuss präsidiert er seit 2004. Die CS-GV findet am 4. Mai statt.

Die beiden Grossbanken gingen auf Anfrage am Dienstag nicht auf die Argumente von Ethos ein. Man nehme den Vorschlag der Stiftung zur Kenntnis; der Verwaltungsrat halte an seinen Anträgen fest, hiess es bei UBS und Credit Suisse übereinstimmend. Die Erfolgschancen von Ethos sind ohnehin gering. So dürfte bei der Credit Suisse der hinter Syriani stehende Grossaktionär allein mehr Stimmen auf sich vereinigen als die Pensionskassen. Laut dem jüngsten Geschäftsbericht hielten diese Ende 2006 einen Anteil von 3,38 Prozent am CS-Kapital. (dapd)

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