Aktualisiert 09.02.2015 16:49

Sieg für die Swiss

Etihad Regional streicht zwei Drittel der Flüge

Die Schweizer Regionalairline verpasst sich eine neue Schrumpfkur. Und die ist noch drastischer als die bisherigen Massnahmen.

von
Laura Frommberg
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Etihad Airways' Geschäftsmodell setzt auf Beteiligungen in aller Welt. Das sind sie:

Etihad Airways' Geschäftsmodell setzt auf Beteiligungen in aller Welt. Das sind sie:

Keystone/AP/str
Die in Lugano beheimatete Etihad Regional. Erst im vergangenen November hat die Fluggesellschaft Etihad einen Drittel der Anteile der Tessiner Darwin Airline übernommen. Seither tritt die 2003 gegründete Airline unter dem Namen Etihad Regional auf.

Die in Lugano beheimatete Etihad Regional. Erst im vergangenen November hat die Fluggesellschaft Etihad einen Drittel der Anteile der Tessiner Darwin Airline übernommen. Seither tritt die 2003 gegründete Airline unter dem Namen Etihad Regional auf.

Keystone/Ennio Leanza
Air Berlin. Etihad hat eine Wandelanleihe über knapp 300 Millionen Dollar gezeichnet. Diese hat keine Laufzeit und könnte theoretisch unbeschränkt laufen.

Air Berlin. Etihad hat eine Wandelanleihe über knapp 300 Millionen Dollar gezeichnet. Diese hat keine Laufzeit und könnte theoretisch unbeschränkt laufen.

Keystone/AP/Michael Sohn

Wo Etihad draufsteht, kann gar nichts schiefgehen, denn bei den Golfairlines versiegt das Geld nie. Das dachte man in der Branche zumindest. Ausgerechnet in der Schweiz zeigt sich nun das Gegenteil. Die ehemalige Darwin Airline, die inzwischen unter dem Namen Etihad Regional als Zubringer für die Golf-Fluglinie agiert, ist in der Abwärtsspirale.

Wie das Luftfahrt-Portal Aerotelegraph unter Berufung auf die schweizerische Koordinationsstelle für Flugrechte berichtet, hat Etihad Regional für den Sommerflugplan statt wie geplant 63 Start- und Landerechte nur noch 18 beantragt. Das heisst: Ab Ende März wird die Regionalfluglinie ab Zürich und Genf nur noch insgesamt 9 statt der geplanten rund 32 täglichen Flüge anbieten können.

Schon früher Strecken gestrichen

Schon auf Februar strich die Fluglinie vier wichtige Strecken: Lugano–Zürich, Zürich–Linz, Genf–Toulouse und Genf–Nizza. Als Grund nannte CEO Maurizio Merlo auch das aggressive Verhalten der Swiss. So biete diese auf Darwin/Etihad Regional-Strecken oft Dumpingpreise an. Doch auch die angespannte Situation in Europa bedeute eine Herausforderung. Vergangene Woche war ausserdem herausgekommen, dass Etihad Regional 60 Stellen abbauen will.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt und die Angestellten habe man über das «neue Geschäftsmodell» informiert, heisst es von Etihad Regional. Man werde versuchen, das Ganze möglichst schmerzfrei für Geschäftspartner und Mitarbeiter zu gestalten. In Zukunft will die Airline sich verstärkt darauf konzentrieren, im Auftrag anderer Anbieter zu fliegen, wie sie es jetzt etwa für Alitalia tut – ebenfalls eine Beteiligung von Etihad.

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