25.03.2020 18:08

Aus Costa Rica zurück«Etliche Passagiere haben im Flugzeug gehustet»

Hunderte Schweizer Touristen werden vom Bund nach Hause geholt. Ramona Rüegg erzählt von ihrer Heimreise aus Costa Rica.

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Die Schweiz holt Hunderte Schweizerinnen und Schweizer aus fernen Ländern in ihr Heimatland zurück.

Die Schweiz holt Hunderte Schweizerinnen und Schweizer aus fernen Ländern in ihr Heimatland zurück.

Keystone/Alexandra Wey
Darunter war auch Ramona Rüegg (19): «Viele Reisende trugen Gesichtsmasken und im Flugzeug hatten etliche Passagiere einen trockenen Husten.»

Darunter war auch Ramona Rüegg (19): «Viele Reisende trugen Gesichtsmasken und im Flugzeug hatten etliche Passagiere einen trockenen Husten.»

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Die junge Frau zögerte lange mit der Rückkehr. Entschloss sich aber angesichts der Unsicherheiten doch dazu.

Die junge Frau zögerte lange mit der Rückkehr. Entschloss sich aber angesichts der Unsicherheiten doch dazu.

Keystone/Alexandra wey

Die 19-jährige Bernerin Ramona Rüegg ist eine der 151 Schweizerinnen und Schweizer, die am Dienstag im ersten Corona-Rückholflug der Schweiz in Zürich-Kloten landeten. Der Flug sei ruhig verlaufen, erzählt sie der Schweizerischen Nachrichtenagentur. Sie habe viel geschlafen. Die Stewardessen der Fluggesellschaft Edelweiss hätten keine Masken getragen und auch kein Desinfektionsmittel verteilt.

Ungewöhnlich sei aber gewesen, dass die Polizei beim Abflug in San José, der Hauptstadt von Costa Rica, alle Reisenden namentlich aufrief, um zu kontrollieren, ob die Angemeldeten da seien. Viele Reisende trugen zudem Gesichtsmasken. Und: «Im Flugzeug hatten etliche einen trockenen Husten», sagt Ramona Rüegg. Das habe zu einer sonderbaren Stimmung geführt.

«Allgemein aggressiver»

Die Leute seien allgemein aggressiver gewesen als normal und auch auf Distanz bedacht. Hustende Leute seien stärker beachtet worden als sonst jeweils. Nach der Landung des Direktflugs mussten die Passagiere die Maschine gruppenweise verlassen. «Bei der Gepäckabholung näherten sich dann aber doch alle Passagiere wieder einander an», so Rüegg.

Sie will im Herbst ein Studium der Sozialarbeit beginnen und wollte dafür in Costa Rica ein Vorpraktikum absolvieren. Im ersten Monat ihres Aufenthalts absolvierte sie einen Sprachkurs. Dann hätte sie drei Monate lang in einer Schule Kinder aus armen Familien betreuen wollen.

«Lange gezögert mit Rückkehr»

Nun hat die junge Bernerin nur gerade an einem einzigen Tag Kinder betreut. Dann traten auch in Costa Rica Massnahmen zur Eindämmung des Virus in Kraft und die Kinder kamen nicht mehr zur Schule. «Von einem Tag auf den anderen änderte sich schlagartig alles», sagt Ramona Rüegg.

Die junge Frau zögerte lange mit der Rückkehr. Dann aber wurde ein anderer Praktikant von seiner Gastfamilie rausgeworfen, weil sie fand, er habe sich zu lange im Freien aufgehalten. Die Nervosität im Land stieg. Deshalb entschloss sie sich angesichts der Unsicherheiten doch zur Rückkehr.

Hilfe vom Bund beim Ticket

Der Stress sei gross gewesen, ein Billett zu erhalten. Zuerst sollte sie im Internet ein solches kaufen, doch war die angegebene Seite überlastet. Schliesslich erhielt Ramona Rüegg vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten ein SMS mit der Aufforderung, telefonisch ein Billett zu reservieren. Diese Mitteilung erhielt sie, weil die junge Frau auf der Travel-Admin-App registriert ist. Die Bestätigung erhielt sie am Sonntag, am Montag startete der Flug. 850 Franken bezahlen ihre Eltern dafür.

Ramona Rüegg hat nach ihrer Ankunft eine «triste Gefühlslage» in der Schweiz festgestellt. Sie ist froh, daheim zu sein, aber noch nicht wirklich angekommen. Zuhause steckt sie nun in Quarantäne. Nach Costa Rica möchte sie noch einmal reisen – sie habe sich am Montag in der Eile gar nicht richtig von ihrer Gastmutter und nicht von anderen Freiwilligen verabschieden können.

«Geringes Ansteckunsgrisiko»

Ein Mediensprecher der Fluggesellschaft Edelweiss Air sagte am Mittwoch auf Anfrage, grundsätzlich sei das Risiko, sich während eines Flugs mit dem Virus anzustecken, «extrem gering». Die Flugzeuge seien mit Filtern ausgestattet, welche die Luft wie in Operationssälen reinigten.

Durch die Verwendung dieser speziellen Filter sei die Kabinenluft sauberer als die Luft, die der Mensch auf der Erde einatme. Darüber hinaus ströme die Luft in Flugzeugen von oben nach unten, also nicht seitwärts und nicht in Längsrichtung. (sda)

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