Reisen mit Teddy : «Etwas doof kommen wir uns schon vor»
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Reisen mit Teddy «Etwas doof kommen wir uns schon vor»

Zwei Zürcher Studenten wollen per Anhalter, Velo und Kutsche über 2000 Kilometer nach Rumänien reisen. Ihr Begleiter: ein zwei Meter grosser Teddy, der für einen guten Zweck werben soll.

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som
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Severin Bruhin (l.) und Benjamin Held wollen mit diesem Teddy von Zürich bis nach Rumänien reisen.

Severin Bruhin (l.) und Benjamin Held wollen mit diesem Teddy von Zürich bis nach Rumänien reisen.

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Das zwei Meter grosse Plüschtier soll ihnen dabei helfen, für einen guten Zweck zu werben.

Das zwei Meter grosse Plüschtier soll ihnen dabei helfen, für einen guten Zweck zu werben.

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Denn die beiden Studenten wollen während ihrer Reise Geld für Strassenkinder in Rumänien sammeln.

Denn die beiden Studenten wollen während ihrer Reise Geld für Strassenkinder in Rumänien sammeln.

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Ungelenk bewegen sich die Beine und Arme von Apollo in alle Richtungen. Benjamin Held (26) und Severin Bruhin (22) tragen den zwei Meter grossen Teddy durch ihr Wohnquartier – Passanten im Zürcher Kreis 5 schauen ihnen nach.

An solche Blicke werden sie sich gewöhnen müssen. Am Montag brechen die Studenten des Studienganges Cast/audiovisuelle Medien der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) mit Apollo auf zu einer dreiwöchigen Reise. Diese führt sie über München, Wien, Bratislava, Budapest, Bukarest bis nach Constanta in Rumänien. Neben ihrem Teddy nehmen sie nur das Nötigste mit und natürlich ihre Smartphones, wie Held sagt: «Damit drehen wir Videos, die wir während dieser Zeit regelmässig in den sozialen Medien und auf unserer Homepage publizieren.»

Mit dem Teddy Spenden sammeln

Die Filme machen sie für ihre Bachelorarbeit und für einen guten Zweck. Denn während des über 2000 Kilometer langen Trips werden sie verschiedene Strassenkinderprojekte besuchen und darüber berichten. «Wir wollen so auf die Probleme der rumänischen Strassenkinder aufmerksam machen und für die dortige Unicef Spenden sammeln», sagt Bruhin. Ihr Ziel: dem Kinderhilfswerk am Ende der Reise mindestens 5000 Franken zu übergeben.

Der Riesenteddy, der ein Unicef-Shirt tragen wird, sei dabei ihr Maskottchen, um noch mehr Aufmerksamkeit dafür zu schaffen. «Ein bisschen doof» kämen sie sich schon vor, wenn sie mit dem Plüschtier unterwegs seien, geben die Studenten zu: «Gleichzeitig ist es auch witzig und hilft uns, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen – speziell mit Kindern.»

Regenmantel für den Teddy

Ausgeben wollen sie für ihr Projekt «Between Here And Bear» so wenig wie möglich und vorwärtskommen, wie es sich gerade ergibt – etwa per Autostopp, Bus, Velo, Skateboard, Schlauchboot oder Kutsche. «Unsere Follower in den sozialen Medien können uns Vorschläge schicken.» Auch was die Art der Übernachtungen betreffe. Denn selbst diese haben die Studenten nicht gross geplant. Weil sie sich bei so viel Spontaneität doch ein bisschen um ihre Sicherheit sorgen, tragen sie stets Bargeld auf sich: «Falls wir überfallen werden.»

Noch mehr Gedanken machen sie sich aber um ihren Teddy: «In einigen Verkehrsmitteln wird der Transport sicher kompliziert – so brauchen wir beim Velofahren einen Anhänger für ihn.» Zudem hoffen sie auf kulante Kontrolleure: «Nicht, dass wir für Apollo noch ein Extrabillett zahlen müssen.» Auch wollen sie vor ihrer Abreise noch eine Plane kaufen, um ihm einen Regenmantel zu nähen: «Er soll ja nicht allzu zerzaust aussehen, wenn wir in Constanta ankommen.»

Mehr Infos auf der Homepage der beiden Studenten www.betweenhereandbear.ch, auf ihrer Facebook-Seite oder unter der Unicef-Homepage.

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