25.07.2020 09:23

BMW Z8 RoadsterEtwas Retro mit viel Stil und noch mehr Power

Jahrelang galt er als Klassiker der Zukunft, nun ist der BMW Z8 zum Youngtimer gereift. Und schon seit Jahren halten sich seine Preise auf hohem Niveau. Wer ihn fährt, versteht, warum dies so ist.

von
Fee Anabelle Riebeling
25.7.2020
Nichts für Poser! Der BMW Z8 gleitet überraschend ruhig durch die Landschaft, da können sogar die Bewohner der Einfamilienhausquartiere problemlos ausschlafen.

Nichts für Poser! Der BMW Z8 gleitet überraschend ruhig durch die Landschaft, da können sogar die Bewohner der Einfamilienhausquartiere problemlos ausschlafen.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com
Roadster für zwei Personen und ein bisschen Gepäck.

Roadster für zwei Personen und ein bisschen Gepäck.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com
Bei 250 km/h wurde abgeriegelt, 0 bis 100 km/h schafft der Z8 in etwa fünf Sekunden. Supersportwagen-Werte im Jahr 2000.

Bei 250 km/h wurde abgeriegelt, 0 bis 100 km/h schafft der Z8 in etwa fünf Sekunden. Supersportwagen-Werte im Jahr 2000.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com

Darum gehts

  • Seinen ersten Auftritt im Jahr 1997 hatte der BMW Z8 noch als Konzeptfahrzeug Z07.
  • Damals nannten Kritiker ihn ein «stilistisches Armutszeugnis».
  • Das Publikum feierte den Wagen dagegen so sehr, dass BMW beschloss, mit ihm in Serie zu gehen.
  • Heute handelt es sich um einen beliebten, wenn auch nicht ganz günstigen Youngtimer.

Seinen ersten Auftritt hatte der BMW Z8 noch als Z07. So hiess das Konzeptfahrzeug, das BMW im Oktober 1997 in Tokio zeigte. Einigen Kritikern gefiel der Z07 zwar nicht («stilistisches Armutszeugnis»), aber das Publikum reagierte derart positiv, dass BMW sich entschied, aus dem nostalgisch geformten Konzeptfahrzeug einen Serienwagen zu entwickeln.

Fast zwei Jahre nach der Präsentation des Z07 stand dann der Z8 auf der IAA in Frankfurt. Und er hatte sich nur wenig verändert. Die Zentralverschlüsse mussten normalen Radbefestigungen weichen, die bis ins Heck geführte Kopfstütze war verschwunden. Die zentral angeordneten Instrumente waren aber genauso geblieben wie das Federspeichen-Lenkrad und vor allem der starke V8-Motor im Bug.

Design – Retro plus

Der BMW Z8 sah komplett anders aus als jegliche vorangehenden und damals aktuellen Modelle, etwa der Ferrari 360 oder der Lamborghini Murcielago. Zwar waren viele Details am Z8 hochmodern geraten. Die Grundlinie aber war eindeutig nostalgisch. Während die dünnen Heckleuchten in Neon-Technik gut ankamen, überzeugten die Scheinwerfer nicht alle Betrachter.

Die Käufer aber konnte der Z8 erneut überzeugen, und es entstand schon bald eine längere Warteliste, schliesslich wurden die ersten Serien-Z8 erst im Sommer 2000 ausgeliefert. Bis 2006 wurden immerhin 5706 Z8 gebaut.

Konstruktion auf der Höhe der Zeit

Die Karosserie bestand aus Aluminiumblechen, die in Handarbeit auf einer Aluminiumgrundstruktur angebracht wurden. Darunter fand sich hochwertige, aber bewährte BMW-Technik. Der Motor mit acht Zylindern in V-Form und einem Hubraum von 4941 cm³ leistete wie im M5 400 PS bei 6600 Umdrehungen. Geschaltet wurde mit einem Sechsgangschaltgetriebe, Automatik gabs nur bei Alpina. Das Fahrwerk bestand aus Einzelradaufhängung vorne und hinten. Die breiten Reifen (245/45 R 18 und 275/40 R 18) wurden auf acht und neun Zoll breite 18-Zoll-Alufelgen aufgezogen.

197’000 Franken kostete ein Z8 mit serienmässiger Vollausstattung: Tempomat, Navigation, CD-Wechsler, Radio, Mobiltelefon-Anbindung, Sitzheizung, elektrische Fensterheber und Sitze, Elektromotoren für das Öffnen/Schliessen des Dachs, Xenon-Licht usw.

Ein echter Gentleman-GT

Ohne Reue und mit erstaunlich wenig Krafteinsatz lässt sich der BMW Z8 entern und fahren. Angenehmer kann GT-Fahren in der Neuzeit kaum sein. Der Roadster gibt sich gesittet, selbst eine frühmorgendliche Fahrt durch ein Einfamilienquartier erzeugt keinen Widerwillen. Wer lautstarkes Böllern und Fehlzündungen beim Schalten erwartet, ist beim Z8 am falschen Ort. Vor sich sieht der Fahrer eigentlich nur das Lenkrad und die Strasse, die Instrumente liegen in der Mitte des Armaturenbretts, wo sie zwar nicht einfacher abgelesen werden können, aber besser aussehen, zumal sie hübsch gestaltet sind.

Gestartet wird per Schlüsseldreh und Knopfdruck. Dies war damals modern und altmodisch zugleich, heute ist es (wieder) Standard. Allerdings muss beim Z8 der Knopf so lange gedrückt bleiben, bis der Motor wirklich läuft. Zum Motorstopp dient dann wieder der bereits erwähnte Schlüssel. Die Sitzposition ist sportlich und gleichzeitig bequem, die Ergonomie stimmt. Der Schalthebel liegt gut zur Hand. Wer allerdings ein metallisches Gefühl und Klicken beim Gangwechsel erwartet hat, wird enttäuscht. Die Schaltung erinnert mehr an eine Limousine als an einen Sportwagen. Aber sie erlaubt sichere und schnelle Getriebestufenwechsel.

Kofferraum fürs Wochenende

Richtig Freude macht der Z8 natürlich offen, das Dach ist ruck, zuck versenkt, nur das Anbringen der Persenning erfordert ein bisschen mehr Zeit, obschon da viel Ingenieurwissen in die Konstruktion geflossen ist. Der Kofferraum ist genügend gross für ein Wochenende, und der Tank reicht mit 73 Liter für genussvolle 500 bis 600 km. Damals nannte man den BMW Z8 wegen seiner Fahrleistungen einen Supersportwagen, besser hätte wohl Granturismo für den Gentleman gepasst.

Viel mehr Informationen zum BMW Z8, viele Bilder und ein Tonmuster gibt es auf www.zwischengas.com.

Zwischengas.com ist die umfangreichste Onlineplattform zu den Themen Oldtimer, Youngtimer und historischer Rennsport und wird von Enthusiasten mit Benzin im Blut täglich mit neuen Artikeln, Bildern und historischen Dokumenten ergänzt.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
29 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

FreddyF

26.07.2020, 17:39

In Aadorf hat ein Händler eine ganze Garage davon vorrätig. Hoffentlich landen die Autos bei Liebhabern und nicht bei der Bahnhofrunde in Wil.

STI

26.07.2020, 16:13

Ein wirklich sehr schöner Cabrio aber... Dieser Schalthebel und die Bremsanlage, finde ich unschön. Trotzdem, hätte ich das Geld dazu, würde ich es mir nicht zweimal überlegen.

Susi

26.07.2020, 16:04

Gibt es den auch in einer E-VerSion?