EU droht Serbien mit Abbruch von Verhandlungen
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EU droht Serbien mit Abbruch von Verhandlungen

Die EU regierte auf die Einschätzung der UNO-Chefanklägerin del Ponte, dass die serbische Armee einen der beiden meistgesuchten Kriegsverbrecher des Balkans beschützt.

Der frühere Kommandant der bosnischen Serben, Ratko Mladic, halte sich in Serbien auf und werde dort von Teilen des Militärs beschützt, sagte Del Ponte nach einem Treffen mit EU- Erweiterungskommissar Olli Rehn am Donnerstag in Brüssel.

Rehn betonte, die EU werde bis zur Überstellung Mladics und anderer mutmasslicher Kriegsverbrecher kein Assoziierungsabkommen mit der Regierung in Belgrad abschliessen. Ein solches Abkommen wäre der erste Schritt einer formalen Annäherung der EU und Serbiens, an deren Ende eine Aufnahme in die Union stehen könnte.

Falls Serbien nicht mit dem Tribunal zusammenarbeite, sei auch eine Aussetzung der Verhandlungen über die Assoziierung eine Möglichkeit. Del Ponte sagte, Mladic solle im Juli vor Gericht erscheinen, um sich gemeinsam mit anderen Angeklagten wegen des Massakers von Srebrenica zu verantworten.

Die EU hatte bereits den Start von Beitrittsverhandlungen mit Kroatien ausgesetzt, bis Del Ponte dem Land im Oktober eine volle Zusammenarbeit bescheinigte. Bald darauf wurde der mutmassliche kroatische Kriegsverbrecher Ante Gotovina gefasst.

(sda)

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