Aktualisiert 24.05.2007 16:59

EU-Fernsehen muss Schleichwerbung künftig deklarieren

Die EU-Medienminister habe sich am Donnerstag auf neue Leitplanken für die Fernsehwerbung geeinigt. Für das grundsätzlich verbotene Product placement gibt es weitreichende Ausnahmen.

Erlauben können die EU-Staaten die gezielte Platzierung von Markenprodukten künftig weiter in Kinofilmen, Fernsehserien und- filmen, leichten Unterhaltungssendungen sowie in Sportprogrammen. Verboten ist diese Form des Marketings in Nachrichten- und Kindersendungen sowie in Religionsprogrammen.

Bonds Marken-Autos bleiben erlaubt

James Bond darf somit weiterhin im Fernsehen Marken-Autos fahren und bestimmte Uhren tragen. Allerdings muss Produktplatzierung künftig am Anfang und Ende einer Sendung sowie nach einer Werbeunterbrechung gekennzeichnet sein, zumindest wenn es sich um europäische Eigenproduktionen handelt.

TV-Werbung, die im Gegensatz zu Product Placement von der Handlung von Filmen und Sendungen klar getrennt sein muss, darf auch in Zukunft maximal zwölf Minuten pro Stunde gezeigt werden.

Eine der wesentlichsten Neuerungen der Richtlinie besteht in der Ausweitung auf so genannte «fernsehähnliche Dienste». Darunter sind Medieninhalte zu verstehen, die mit neuen Technologien wie Internet- Life-Streaming, Video on Demand oder Handy-TV angeboten werden. Hier sind die Bestimmungen vereinzelt lockerer.

Keine Änderung für die Schweiz

Das EU-Parlament muss der gemeinsam ausgehandelten Regelung formell im Juni noch zustimmen. Danach müssen sie die EU-Staaten in nationales Recht umsetzen, wobei ihnen einiges an Spielraum bleibt.

Für speziell in der Schweiz ausgestrahlte Sender und Inhalte wird sich nichts ändern. «Die Schweizer Regeln bewegen sich im Rahmen der neuen EU-Bestimmungen», sagte Caroline Sauser, Sprecherin beim Bundesamt für Kommunikation, auf Anfrage.

Als Beispiel verwies sie auf das Product placement: Das ist auch in der Schweiz in vielen Sendungen möglich, zu Beginn müssen dabei sowohl Produkt wie Unternehmen transparent gemacht werden. Schleichwerbung, also das Verbreiten einer Werbebotschaft mit dem Platzieren eines bestimmten Produktes, ist nicht erlaubt. (sda)

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