Aktualisiert 04.01.2013 11:43

Tegut-Kette

EU genehmigt Migros-Deal mit Tegut

Die Migros Zürich darf das Handelsgeschäft der deutschen Bio-Supermarktkette Tegut übernehmen. Die EU-Kommission hat dem Vorhaben grünes Licht erteilt.

von
sas

Dem jüngsten Migros-Ausland-Abenteuer steht nichts mehr im Weg. Der Schweizer Detailhandelsriese darf das deutsche Familienunternehmen Tegut übernehmen. Die EU-Kommission hat am 18. Dezember die kartellrechtliche Freigabe der Transaktion erklärt. Migros Zürich habe die Übernahme am Donnerstag vollziehen können, teilte das Unternehmen mit. Gleichzeitig mit dem Abschluss des Deals wurde die neue Geschäftsleitung unter dem Vorsitz von Thomas Gutberlet - Spross der ehemaligen Besitzerfamilie - eingesetzt.

Die Übernahme der deutschen Biopionierin Tegut durch Migros war am vergangenen 11. Oktober überraschend angekündigt worden. Über den Kaufpreis schwiegen sich die beteiligten Parteien aus. Ein Detailhandelsexperte, der anonym bleiben will, schätzte den Kaufpreis damals im Gespräch mit 20 Minuten auf einen Drittel des Detailhandelsumsatzes. Im letzten Jahr setzte die Tegut-Gruppe insgesamt 1,16 Milliarden Euro um. Der grösste Teil davon dürfte im Handelsgeschäft anfallen, wo Tegut 290 Filialen besitzt.

Anders als spezielle Bio-Märkte, die auf eine ganz spezifische Kundengruppe setzen, versucht Tegut, die Masse anzulocken und bietet auch konventionelle Artikel an. Rund ein Viertel des Umsatzes wird mit Bio realisiert, deutlich mehr als bei normalen Supermärkten. Künftig wird die Migros auch eigene Produkte in den Tegut-Märkten anbieten – umgekehrt wird es aber keine Tegut-Artikel in der Schweiz geben.

Schwierige Auslandabenteuer

Die Ausland-Engagements der Migros waren bisher nur von mässigem Erfolg gekrönt. In Süddeutschland betreibt die Migros fünf Supermärkte und einen deutschen Online-Shop. 2011 spülte der deutsche Ableger lediglich einen Umsatz von 65,6 Millionen Franken in die Kasse. Gestrauchelt ist der orange Riese auch in Österreich. Die «Ehe» mit dem Detailhändler Konsum scheiterte, weil der Migros-Partner 1995 in den Konkurs schlitterte. Nach Schweizer Vorbild wurde 1954 auch die türkische Migros gegründet. Die Schweizer zogen sich aber bereits 1975 wieder ganz aus dem Markt zurück. (sas)

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