EU-Kommission kritisiert Umgang Russlands mit Shell
Aktualisiert

EU-Kommission kritisiert Umgang Russlands mit Shell

Die EU-Komission hat die Ankündigung Russlands kritisiert, dem Ölkonzern Royal Dutch Shell die umweltrechtliche Genehmigung für Gasbohrungen auf der fernöstlichen Insel Sachalin zu entziehen.

«Um sicherzustellen, dass Unternehmen Milliarden Euro in Energieprojekte investieren, ist ein sicheres und vorhersehbares Investitionsklima notwendig - in Russland wie in der EU und jedem anderen Land», erklärte Energiekommissar Andris Piebalgs am Dienstag in einer Pressemitteilung.

Wenn es umweltschutzrechtliche Bedenken gegen das Gasprojekt gebe, dann müssten die russischen Behörden diese Shell darlegen und dem Unternehmen Zeit einräumen, die Probleme zu beseitigen, forderte Piebalgs. Nach Angaben des Unternehmens würde ein Entzug der umweltrechtlichen Genehmigung das ganze Projekt gefährden.

Das russische Ministerium für Rohstoffe hatte am Montag erklärt, die Umwelterlaubnis für das Sachalin-2 genannte Milliardenprojekt werde rückgängig gemacht. Die zuständige Aufsichtsbehörde Rostechnadsor muss dem allerdings noch zustimmen. Zur Begründung verwies das Ministerium auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, wonach die Genehmigung für die zweite Projektphase illegal zu Stande gekommen sei.

Das Unternehmen räumte in einer am Montagabend veröffentlichten Stellungnahme ein, bei dem Projekt habe es Probleme mit dem Umweltschutz gegeben. Es sei aber nicht gegen russisches Umweltrecht verstossen worden.

Russische Behördenvertreter übten am Montag auch Kritik an einem Verladeterminal des Ölkonzerns Exxon Mobil auf Sachalin. Beobachter befürchten, dass Moskau den Zugriff ausländischer Unternehmen auf russische Öl- und Gasfelder beschränken will. (dapd)

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