Aktualisiert 22.05.2020 02:05

Aufbauprogramm

EU-Kommission plant 100-Milliarden-Paket für Mobilität

Der klimafreundliche Umbau der Autoindustrie und eine «Renaissance der Schiene» sollen in der EU mit einem stattlichen Betrag vorangetrieben werden – sobald die Coronakrise vorbei ist.

In rund zwei Millionen Ladesäulen für E-Autos soll ein zweistelliger Milliardenbetrag investiert werden: Ein Elektroauto vom Type BMW I3 an einer Ladesäule. (Archivbild)

In rund zwei Millionen Ladesäulen für E-Autos soll ein zweistelliger Milliardenbetrag investiert werden: Ein Elektroauto vom Type BMW I3 an einer Ladesäule. (Archivbild)

Keystone/Sven Hoppe

Darum gehts

  • Nach der Coronakrise soll die Mobilität in Europa mit über 100 Milliarden Euro unterstützt werden.
  • Die EU-Kommission arbeite laut einem Medienbericht an diesem Massnahmen-Plan.
  • 40 bis 60 Milliarden Euro seien für die Entwicklung von emissionsfreien Autoantrieben vorgesehen, 40 Milliarden Euro umfasse ein Bahn-Investitionspaket.

Ein europäisches Aufbauprogramm nach der Coronakrise soll einem Medienbericht zufolge mit mehr als 100 Milliarden Euro den klimafreundlichen Umbau der Autoindustrie beschleunigen und zugleich eine «Renaissance der Schiene» einleiten.

Allein 40 bis 60 Milliarden Euro könnten für die Entwicklung von emissionsfreien Autoantrieben mobilisiert werden, berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben) unter Berufung auf Pläne aus der engeren Führung der EU-Kommission.

Zudem solle ein zweistelliger Milliardenbetrag in rund zwei Millionen Ladesäulen vor allem für E-Autos investiert werden. Weitere 40 Milliarden Euro umfasse demnach ein Bahn-Investitionspaket, das vor allem auf den Ausbau wichtiger Schienenkorridoren ausgerichtet sein soll.

«Kaufprämien mit der Giesskanne».

Streit droht dem Bericht zufolge wegen des geplanten Vorhabens, innerhalb der nächsten zwei Jahre mit rund 20 Milliarden Euro den Kauf von neuen, «sauberen» Autos zu fördern. Darauf hätten führende Spitzenmanager der europäischen Autoindustrie bei einem Treffen mit EU-Kommissaren gedrängt und auf den dramatischen Absatzeinbruch wegen der Corona-Krise verwiesen. Im Entwurf aus der Kommission sei aber nur von klugen Anreizen die Rede, die einen Nachfrageschub für saubere Fahrzeuge auslösen könnten.

Grünen-Europapolitiker Sven Giegold warnt vor «Kaufprämien mit der Giesskanne». Dies würde dem Prinzip widersprechen, öffentliches Geld für zusätzliche öffentliche Leistungen zu geben, sagte der Sprecher der deutschen Grünen im EU-Parlament den Funke-Zeitungen. «Wenn teure Kaufanreize erwogen werden, so müssen die geförderten Autos tatsächlich erheblich umwelt- und klimafreundlicher sein als die gesetzlichen Standards.»

(SDA)
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6 Kommentare

Schweizweit

30.05.2020, 08:30

Damit könnten dann endlich Oberleitungen fuer LKW auch in Italien und Spanien gebaut werden, damit noch mehr LKW sauber und klimaneutral fahren können. Güterzüge könnten dann ganz abgeschafft werden. Damit könnte die EU auch wieder ihre Macht gegenüber der Schweiz zeigen und versuchen sie in die Knie zu zwingen. Man wird nicht ruhen bis alle unterjocht sind. (Wer es nicht glaubt: "Oberleitung LKW" bei g**gle eintippen)

Dieig

25.05.2020, 05:54

Aufbauprogramm soll es also genannt werden? Früher nannte man es beim Namen..., Planwirtschaft!

Edmo

23.05.2020, 08:44

Ja, so läuft das. Einfach mal schnell 100 Milliarden in wirtschaftlich völlig unhaltbare Technologien stecken. So macht man das Volk arm und die Subventionsjäger reich. Die EU-Kommission sollte umgehend abgeschafft werden. Niemand kann sich eine derartige Geldvernichtungs-Institution leisten. Unsere eigenen Grünen und Roten sollte man dann in die gleiche Wüste schicken. Diese beschwören auch täglich die grosse Geldvernichtung.