EU-Kommission will mehr Kontrolle über Geldüberweisungen
Aktualisiert

EU-Kommission will mehr Kontrolle über Geldüberweisungen

Um die Handlungsfreiheit von Terrornetzwerken zu bremsen schlägt die EU-Kommission vor, dass Geldüberweisungen künftig mit Name, Adresse und Kontonummer des Senders versehen sein müssen.

Damit sollen Terroristen und anderen Straftätern der Zugang zu Finanzmitteln erschwert werden.

Mit dem am Dienstag in Brüssel veröffentlichten Verordnungsvorschlag zeige die EU-Kommission ihre Entschlossenheit, «sich uneingeschränkt an den internationalen Bemühungen zur Terrorismusbekämpfung zu beteiligen», erklärte EU- Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy.

Mit den Massnahmen will Brüssel die Empfehlungen der OECD- Arbeitsgruppe gegen Geldwäscherei, Financial Action Task Force (FATF), umsetzen. Auch die Schweiz ist bei der FATF mit dabei.

Rückweisung

Für EU-interne Überweisungen ist ein vereinfachtes Vorgehen vorgesehen, mit der Überweisung muss einzig die Kontonummer des Auftraggebers mitgeschickt werden. Doch bei Geldüberweisungen von und nach Instituten ausserhalb der EU verlangt die Kommission zwingend alle Angaben, sonst müsse die Überweisung zurückgewiesen werden.

Die Informationen sollten fünf Jahre aufbewahrt werden. Sie würden üblicherweise geheim bleiben, sollten aber Sicherheitsbehörden, die zu Geldwäsche oder Terrorfinanzierung ermitteln, sofort zur Verfügung stehen.

Dem Kommissionsvorschlag müssen noch sowohl die EU-Staaten als auch das EU-Parlament zustimmen. Die Kommission strebt an, die Verordnung Anfang 2007 in Kraft zu setzen.

Auch Schweiz verlangt Transparenz

In der Schweiz müssen Geldtransfers bereits heute ebenfalls transparent sein, allerdings reichen gemäss den Vorschriften auch der Name und eine Identifikationsnummer. Momentan bestünden keine Pläne, das zu ändern, hiess es bei der Eidg. Bankenkommission (EBK). Anpassung könnten allenfalls aus der Praxis heraus erfolgen, ergänzte die Expertin.

Die genaue Umsetzung der EU bleibe nun abzuwarten, sagte Thomas Sutter von der Schweizer Bankiervereinigung. Mit grossen neuen Herausforderungen rechnet er nicht. Zudem sei den Kunden bewusst, dass bei Zahlungsaufträgen ins Ausland der Schutz der Privatsphäre nicht 100-prozentig geschützt werde, ergänzte er.

(sda)

Deine Meinung