Aktualisiert 24.06.2019 08:25

Nur noch Mittelmass

EU-Länder haben weniger Arbeitslose als die Schweiz

Die Erwerbslosenquote liegt in der Schweiz bei 4,9 Prozent. Damit fällt sie im Vergleich mit anderen Ländern im Ranking deutlich zurück.

von
scl
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Im Vergleich mit der EU nur noch auf dem 13. Rang: In der Schweiz gibt es mehr Stellensuchende als beispielsweise in Deutschland.

Im Vergleich mit der EU nur noch auf dem 13. Rang: In der Schweiz gibt es mehr Stellensuchende als beispielsweise in Deutschland.

Keystone/Martin Ruetschi
Die Erwerbslosenquote erfasst nicht nur sämtliche Leute, die bei Arbeitsämtern verzeichnet sind, sondern auch Sozialhilfebezüger, berufliche Wiedereinsteiger oder all jene, die keine Lust auf den Gang zum RAV haben.

Die Erwerbslosenquote erfasst nicht nur sämtliche Leute, die bei Arbeitsämtern verzeichnet sind, sondern auch Sozialhilfebezüger, berufliche Wiedereinsteiger oder all jene, die keine Lust auf den Gang zum RAV haben.

Keystone/Gaetan Bally
Seit Juli 2018 gilt in der Schweiz die Stellenmeldepflicht, d. h. Arbeitgeber müssen freie Stellen zuerst beim regionalen Arbeitsvermittlungszentrum RAV melden. Die folgenden Bilder zeigen eine Auswahl der Berufe, die seither meldepflichtig sind.

Seit Juli 2018 gilt in der Schweiz die Stellenmeldepflicht, d. h. Arbeitgeber müssen freie Stellen zuerst beim regionalen Arbeitsvermittlungszentrum RAV melden. Die folgenden Bilder zeigen eine Auswahl der Berufe, die seither meldepflichtig sind.

Keystone/Gaetan Bally

Noch vor fünf Jahren hatte die Schweiz im Vergleich mit der EU die tiefste Erwerbslosenquote aller 29 Länder. Mit einer Quote von 4,9 Prozent ist sie inzwischen allerdings auf den 13. Rang zurückgefallen, wie «CH Media» berichtet.

Vor der Schweiz rangieren Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Polen, Tschechien, Estland, Slowenien, Malta, Deutschland, Österreich Grossbritannien und die Niederlande.

Kein Alarmsignal

Während die SVP laut Bericht die Schuld beim freien Personenverkehr zwischen der Schweiz und der EU sucht, widersprechen Ökonomen dieser These. Sie sehen den Grund viel eher im hohen Lohnniveau und darin, dass heute deutlich mehr stellenlose Personen angeben, einen Job zu suchen.

Von einem Alarmsignal für die Schweiz könne man nicht sprechen, sind sich die Ökonomen einig. Bewegt hat sich die hiesige Erwerbslosenquote nämlich kaum. Es seien auch die Fortschritte der anderen Länder, welche die Schweiz schlechter aussehen liessen.

Alle Stellensuchenden erfasst

Die Erwerbslosenquote erfasst nicht nur sämtliche Leute, die bei Arbeitsämtern verzeichnet sind, sondern auch Sozialhilfebezüger, berufliche Wiedereinsteiger oder all jene, die keine Lust auf den Gang zum RAV haben.

So ist diese Zahl mehr als doppelt so hoch als die Arbeitslosenquote, die bei guten zwei Prozent liegt – aber nur Menschen erfasst, die bei den Arbeitsämtern gemeldet sind.

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