EU: Österreicher und Italiener feiern mit Slowenen
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EU: Österreicher und Italiener feiern mit Slowenen

Vertreter Österreichs, Italiens und Sloweniens haben bei einem «Mini-Alpengipfel» am Dreiländereck die Erweiterung der Europäischen Union gefeiert.

Er habe die einzigartige Gelegenheit, «zum ersten und letzten Mal in meinem Leben an einer Grenze zu stehen, die morgen nicht mehr existiert», sagte der slowenische Regierungschef Anton Rop am Freitag.

Gemeinsam mit dem österreichischen Kanzler Wolfgang Schüssel, dem italienischen Regionalminister Enrico La Loggia und dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider trotzte Rop der eisigen Kälte bei der kleinen Zeremonie in 1509 Metern Höhe.

Rop rief dazu auf, den Namen Dreiländereck für die Nachwelt beizubehalten, «wenn die Menschen nicht mehr wissen werden, was Grenzen sind». Er bezeichnete den Ort zugleich als symbolisch, «wo die slawische Welt mit der germanischen und der lateinischen zusammentrifft».

Slowenisch-italienische Stadt rückt zusammen

Mit der EU-Erweiterung rücken auch die Bewohner von Nova Gorica und Gorizia wieder zusammen. Seit 1947 läuft die Grenze zwischen Slowenien und Italien mitten durch ihre Stadt und Felder. Künftig sind alle 15 000 Menschen aus dem slowenischen Nova Gorica und ihre 37 000 Nachbarn aus Gorizia unter dem Dach der EU vereint.

Pünktlich um Mitternacht zum Samstag wollten sie gemeinsam mit EU-Kommissionspräsident Romano Prodi und dem slowenischen Regierungschef Rop das historische Ereignis feiern.

Mit der Zeit hatten sich die Menschen an die Absurditäten im kleinen Grenzverkehr gewöhnt und schlugen ihrerseits gerne ihren Profit daraus: In den Scheibenwaschanlagen ihrer Autos schmuggelten sie Grappa aus Italien, unter der Motorhaube slowenisches Fleisch.

Dieser schwunghafte Handel wird nun ein Ende haben, weil mit dem EU-Beitritt der Warenverkehr liberalisiert wird. Bis die Grenze vollständig fällt, müssen die Bewohner allerdings noch einige Jahre warten. Frühestens 2007 wird Slowenien dem Schengener Abkommen beitreten. (sda)

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