Manfred Weber - EU-Politiker fordert Einstellung aller Flüge von Indien nach Europa
Aktualisiert

Manfred WeberEU-Politiker fordert Einstellung aller Flüge von Indien nach Europa

Manfred Weber, der Chef der EVP-Fraktion im Europaparlament, hat eine Einstellung aller Flugverbindungen von Indien in die EU gefordert. «Die indische Doppelvariante scheint sich schnell auszubreiten», warnt er.

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EVP-Chef Manfred Weber hat die sofortige Einstellung aller Flugverbindungen aus Indien in die EU gefordert.

EVP-Chef Manfred Weber hat die sofortige Einstellung aller Flugverbindungen aus Indien in die EU gefordert.

DPA/Philipp von Ditfurth

Darum gehts

  • Alle Flugverbindungen aus Indien in die EU sollen aussetzen, fordert Manfred Weber.

  • Der Chef der EVP-Fraktion im Europaparlament begründet dies mit der Corona-Variante B.1.617.

  • «Die Situation in Indien scheint ausser Kontrolle zu geraten», sagt Weber.

Angesichts der dramatischen Corona-Infektionslage in Indien hat der Chef der EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber, die sofortige Einstellung aller Flugverbindungen aus dem südasiatischen Schwellenland in die EU gefordert. Der CSU-Mann begründete seinen Vorstoss in der «Bild»-Zeitung mit der in Indien grassierenden Corona-Variante. «Die indische Doppelvariante scheint sich schnell auszubreiten und die Situation dort droht ausser Kontrolle zu geraten», warnte er.

EU-Länder sollen koordinierter vorgehen

In Deutschland und der EU seien bereits einige Corona-Infektionen mit der indischen Mutante aufgetreten, hob Weber hervor. «Diesmal müssen die EU-Innenminister schneller und konsequenter handeln und sofort ein vorübergehendes Verbot von Flügen aus Indien und Einreisebeschränkungen verhängen.»

Weber verwies in der «Bild» darauf, dass Kanada und Grossbritannien bereits entsprechende Schritte eingeleitet hätten. Insgesamt müssten die EU-Länder «aufgrund der Dynamik der Corona-Pandemie besser und schneller im koordinierten Vorgehen werden».

«Wir brauchen Kontaktbeschränkungen»

Auch Weltärzte-Präsident Frank Ulrich Montgomery sprach sich für Schutzmassnahmen gegen die indische Corona-Variante aus. «Die indische Mutationsvariante des Virus, die besonders ansteckend und besonders gefährlich sein soll, führt uns deutlich vor Augen, wie wichtig internationale Absprachen, konsequente Lockdown-Massnahmen und Einschränkungen der Mobilität sind», sagte er der Düsseldorfer «Rheinischen Post».

«Nur wo Infektionen ablaufen, können auch Mutationen stattfinden», betonte Montgomery. Daher sei das deutsche Infektionsschutzgesetz, das bundesweit eine Notbremse ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Neuinfektionen pro 100’000 Einwohner vorsieht, richtig. «Deswegen brauchen wir Kontaktbeschränkungen und ein konsequentes, einheitliches Vorgehen», sagte Montgomery.

2000 neue Todesfälle

Die Corona-Infektionszahlen waren in Indien zuletzt dramatisch gestiegen. Am Freitag meldeten die Behörden weitere 330’000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden sowie 2000 neue Todesfälle. Die Krankenhäuser in Indien sind überlastet, vielerorts gehen die Sauerstoffvorräte zur Beatmung von Covid-19-Patienten zur Neige.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) stufte Indien bereits als Hochinzidenzgebiet ein. Die Einstufung tritt am Sonntag um Mitternacht in Kraft. Bislang wurden laut RKI in Deutschland 21 Corona-Infektionen mit der indischen Variante B.1.617 nachgewiesen. Das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Indien.

(AFP/mur)

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