Schlupfloch genutzt: EU sanktioniert Zuger Oligarchen-Frau  – auch Putins Geliebte auf der Liste
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Schlupfloch genutztEU sanktioniert Zuger Oligarchen-Frau  – auch Putins Geliebte auf der Liste

Nachdem Ende Mai bekannt wurde, dass der Oligarch Andrei Menitschenko seine Schweizer Firma seiner Frau übertragen hatte, ist nun auch sie Ziel der neuen EU-Sanktionen, die unter anderem auch Putins angebliche Geliebte betreffen.

von
Benedikt Hollenstein
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Auf der aktualisierten Sanktionsliste der EU ist auch Alexandra, die Frau des Oligarchen Andrei Melnitschenko, aufgeführt.

Auf der aktualisierten Sanktionsliste der EU ist auch Alexandra, die Frau des Oligarchen Andrei Melnitschenko, aufgeführt.

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Zuvor hatte Melnitschenko kurz vor Inkrafttreten der Sanktionen seine Schweizer Firma an seine Frau übertragen.

Zuvor hatte Melnitschenko kurz vor Inkrafttreten der Sanktionen seine Schweizer Firma an seine Frau übertragen.

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Das Staatssekretariat für Wirtschaft hat das Vorgehen von Melnitschenko gutgeheissen.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft hat das Vorgehen von Melnitschenko gutgeheissen.

REUTERS/Sergei Karpukhin

Darum gehts

Am Freitag hat die Europäische Union eine aktualisierte Liste mit den bisher gegen Russland verhängten Sanktionen veröffentlicht. Ein Name dürfte vor allem die Firma Eurochem mit Sitz in Zug ins Bedrängnis bringen. Schon Mitte März hatte das Unternehmen Probleme mit der Bezahlung von Darlehen, nachdem der Gründer und frühere CEO sanktioniert wurde.

EU geht gegen Putin-Geliebte vor

So zählt neu auch Alexandra Melnitschenko zu den Personen, gegen die die EU wegen der russischen Invasion der Ukraine Massnahmen verhängt hat, um gegen deren Vermögenswerte anzugehen. Alexandra ist die Frau des Oligarchen Andrei Melnitschenko, der die global tätige Chemiefirma Eurochem in den 90er-Jahren gegründet hatte. Er fand sich bereits Mitte März auf der Sanktionsliste und entschied sich darum, die Firma seiner Frau zu übergeben, wie der «Tages-Anzeiger» berichtete.

Eine weitere prominente Figur, deren Name sich neu auf der Liste der sanktionierten Personen findet, ist die Ex-Turnerin Alina Kabajewa. Die ehemalige Weltmeisterin in Rhythmischer Sportgymnastik soll die heimliche Geliebte des russischen Präsidenten Wladimir Putin sein. Wie eine vertrauenswürdige Quelle gegenüber Tamedia sagte, hat das Paar offenbar sogar gemeinsamen Nachwuchs. So soll Kabajewa 2015 in einem Spital in Lugano einen Sohn zur Welt gebracht haben, ein zweiter gemeinsamer Sohn sei 2019 in Moskau geboren worden.

Sberbank von Swift ausgeschlossen

Weiter sind auf der Sanktionsliste neu auch rund 60 Kreml-nahe Persönlichkeiten und Soldaten, denen Kriegsverbrechen in der Ukraine vorgeworfen werden, aufgeführt. Zudem werden drei weitere russische Banken vom internationalen Finanzsystem Swift ausgeschlossen, darunter die Sberbank, die grösste des Landes.

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Hier findest du Hilfe für dich und andere:

Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

Kriegsangst?, Tipps von Pro Juventute

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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