EU und USA streiten um Sheriffs der Lüfte
Aktualisiert

EU und USA streiten um Sheriffs der Lüfte

Zwischen der EU und den USA ist ein Streit um den Einsatz bewaffneter Flugbegleiter entbrannt. Der EU-Generaldirektor für Justiz und Inneres, Jonathan Faull, nannte es «inakzeptabel», dass die USA darüber mit einzelnen EU-Staaten verhandelten.

Auch EU-Innenkommissar Franco Frattini sprach sich am Mittwoch in Brüssel gegen bilaterale Vereinbarungen einzelner EU-Mitglieder mit den USA aus.

Die USA wollen den Einsatz sogenannter Sky Marshals auf allen Flügen von Europa in die USA erzwingen. Zudem fordert Washington detaillierte Informationen über europäische Passagiere, die US-Territorium überfliegen, aber nicht landen.

Damit müssten etwa die Daten eines Flugreisenden von Frankfurt nach Mexiko an die US-Sicherheitsbehörden weitergegeben werden. Bisher verhandeln die USA vor allem mit den neuen EU-Staaten über die verschärfte Luftfahrsicherheit. Tschechien will am 1. März ein Abkommen mit Washington schliessen. Im Gegenzug bieten die USA Visafreiheit an.

Die Schweiz verfügt über ein eigenes Abkommen mit den USA über den Datentransfer von Flugpassagieren. Dieses läuft im Herbst aus. Gemäss Bundesamt für Zivilluftfahrt sind die US-Behörden bisher noch nicht formell an die Schweiz herangetreten, um ein neues Abkommen auszuhandeln.

(sda)

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