EU-Wirtschaft schwächt Schweizer Aufschwung
Aktualisiert

EU-Wirtschaft schwächt Schweizer Aufschwung

Die Schweizer Wirtschaft wird nach Ansicht von SNB- Präsident Jean-Pierre Roth durch die schleppende EU-Konjunktur geschwächt.

Für 2005 erwartet er ein Wirtschaftswachstum von 1,5 bis 2 Prozent.

Die schwache Dynamik des europäischen Marktes schmerze zusätzlich, weil die Schweizer Exporte in die EU bislang als Konjunktur-Motor gedient hätten, sagte der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Dienstagabend gemäss Redetext vor Wirtschaftsvertretern in Siders VS.

Das Wachstum der EU-Wirtschaft sei im dritten Trimester zurückgefallen und habe sich seither nur teilweise erholt, sagte Roth weiter. In Deutschland seien mit einem Wachstum von noch 1,3 Prozent die grössten Probleme festzustellen. Frankreich stehe mit einem Plus von 2 Prozent etwas besser da. Grossbritannien habe ein Wachstum von 2,5 Prozent erzielt.

Dynamische zwei Drittel

Angesichts des trüben Bildes der europäischen Wirtschaft dürfe man aber nicht dem Pessimismus verfallen, sagte Roth. Jene Länder, die nun schwächelnde Wachstumszahlen vorlegten, machten nur ein Drittel der Schweizerischen Aussenwirtschaft aus. In den anderen zwei Dritteln seien die Märkte dynamischer, so etwa in Ost- und Nordeuropa, in Asien und in den USA.

In dieser heiklen Phase müsse die Schweizer Wirtschaft durch die Binnennachfrage gestützt werden, sagte Roth. Das Konsumklima sei als mittelgut einzustufen. Angesichts der Aussichten auf dem Arbeitsmarkt dürfte die Konumstimmung in den kommenden Monaten aber kaum ansteigen.

Dennoch geht Roth von einer allmählichen Verbesserung der Lage aus. Im Frühling seien die ersten positiven Anzeichen festzustellen, danach sei mit einer Festigung zu rechnen. (sda)

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