Private Schmuggler: EU-Zöllner verraten fehlbare Einkaufstouristen

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Private SchmugglerEU-Zöllner verraten fehlbare Einkaufstouristen

Die Grenzwacht büsst immer mehr Schweizer, die ihren Auslandseinkauf nicht deklarieren. Dank ausländischen Zollbeamten steigen die Bussen-Einnahmen.

von
kko
Deutsche und Schweizer Zöllner kontrollieren den Grenzverkehr (Archivbild).

Deutsche und Schweizer Zöllner kontrollieren den Grenzverkehr (Archivbild).

Die günstigen Euro-Preise locken derzeit zahlreiche Schweizer ins nahe Ausland. Kaum ein Wochenende vergeht ohne Staumeldung vor den Grenzen, der Einkaufstourismus hält auch die Zöllner auf Trab. Gemäss Angaben des «Sonntagsblick» haben die österreichischen Beamte im ersten Quartal 69 Prozent mehr Mehrwertsteuer-Formulare ausgefüllt als im Vorjahr. Damit kann man die ausländische Mehrwertsteuer zurückfordern – neben dem attraktiven Euro-Kurs ein weiterer Anreiz für den Einkaufstourismus.

Wer Waren steuerfrei in die Schweiz einführen will, darf den Einkaufsbetrag von 300 Franken nicht überschreiten. Liegt man darüber, muss für den gesamten Wert Schweizer Mehrwertsteuer entrichtet werden.

Dies wollen aber immer mehr Schweizer umgehen und lassen sich zum Schmuggeln verleiten. Wie die Zeitung unter Berufung auf die Schweizer Oberzolldirektion berichtet, ist die Zahl der korrekten Zolldeklarationen 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 12,5 Prozent gesunken und die Schmuggelfälle um 11,9 Prozent gestiegen.

Gleichzeitig sind die Bussen-Einnahmen im Einkaufstourismus um 17,5 Prozent auf 3,7 Millionen Franken angewachsen – denn viele Schweizer machen die Rechnung ohne die deutschen und österreichischen Zöllner.

Hilfe beim Bussen-Eintreiben

Die ausländischen Beamte tragen massgeblich dazu bei, dass die privaten Schmuggler gebüsst werden. Sie melden ihren Schweizer Kollegen, wenn sie Beträge über 300 Franken für die Ausfuhr in die Schweiz abstempeln lassen.

«Wenn die Kollegen in Österreich davon ausgehen, dass jemand Waren nicht verzollt, geben sie das durch», sagt Andrea Schmid von der Grenzwacht III in Chur dem «Sonntagsblick».

So erhalten Hunderte private Schmuggler nach ihren Einkäufen im Ausland Post von der Schweizer Grenzwacht mit einer gesalzenen Rechnung: Als Busse müssen sie die doppelte Schweizer Mehrwertsteuer berappen.

Die Meldungen der ausländischen Zöllner sind dank eines Abkommens zwischen der Schweiz und der EU möglich, das eine «spontane Amtshilfe» vorsieht.

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