EURO 08: Gemeinderat muss EURO-Label prüfen

Aktualisiert

EURO 08: Gemeinderat muss EURO-Label prüfen

Gegen den Willen des Berner Gemeinderats hat der Stadtrat am Donnerstag ein Postulat für die Einführung eines «EURO- Labels» in der Stadt Bern während der EURO 08 mit 39 zu 24 Stimmen überwiesen.

Die Fraktion GB/JA! forderte, dass die Kosten des Fussball- Events für die Stadt Bern mit «möglichst vielen eigenen Einnahmen» abzufedern seien. So schlugen Catherine Weber und Urs Frieden vor, zeitlich begrenzte «EURO-Label-Abgaben» auf Produkten zu erheben, die in direktem Zusammenhang mit der EURO stehen.

Im weitern müsse das zeitliche Anheben von Parkplatzgebühren während der EURO geprüft werden. Der Gemeinderat zeigte sich bereit, seinen Spielraum beim Gebührenreglement auszuspielen, um die Einnahmenseite zu stärken.

Ebenfalls keine Differenz hatten Parlament und Regierung in der Frage des Kostenteiler für die EURO 08. Dieser müsse die Tatsache spiegeln, dass das Fussball-Event ein gesamtschweizerischer Grossanlass sei. Nach Meinung des Gemeinderats darf die EURO 08 die Stadt Bern finanziell höchstens «im tiefen einstelligen Millionenbetrag» belasten.

Exekutive gegen EURO-Label

Ablehnend stellt sich die Exekutive hingegen zu einem EURO- Label. Sie will der einheimischen Wirtschaft keine Steine in den Weg legen: Der Wirtschaft müsse es erlaubt sein, das Potential solcher Grossveranstaltungen optimal zu nutzen. Ziel sei zudem, dass die Bevölkerung in den Genuss eines optimalen Rahmenprogramms komme.

Stadtpräsident Alexander Tschäppät plädierte fürs «richtige Mass». Es gehe auch darum, die laufenden Verhandlungen mit der Uefa nicht unnötig zu belasten.

Die GB-Sprecherin warte davor, die Idee eines EURO-Labels leichtfertig vom Tisch zu fegen: «Es wir matchentscheidend sein, auf welchem Weg die Stadt eigene Einnahmen generiern kann», sagte Catherine Weber. Unterstützung erhielt das GB durch die Fraktionen SP und GFL.

Die FDP warnte davor, Massnahmen zu ergreifen, die im Endeffekt zu Lasten der Bevölkerung gehen würden. Die SVP sah es nicht gerne, dass die «Stadt Bern mit den teuersten Parkplätzen» aller Austragungsorte brillieren solle.

Notiz: Die Berichterstattung aus dem Stadtrat ist damit für Donnerstag beendet.

(sda)

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