Euro 08: Polizeidirektoren wollen Hilfe aus dem Ausland

Aktualisiert

Euro 08: Polizeidirektoren wollen Hilfe aus dem Ausland

Während der Euro 2008 sollen Polizisten aus Deutschland und Frankreich die Polizei in der Schweiz unterstützen. Dies fordert die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) nach ihrer Analyse der Auslosung.

Die Schweiz habe keine Hochrisikospiele zugelost bekommen, sagte KKJPD-Präsident Markus Notter am Freitag an einer Medienkonferenz in Bern. Die Schweiz habe Glück gehabt bei der Auslosung, auch betreffend der Sicherheit. Die «Katastrophenszenarien» seien in den Hintergrund gerückt.

Besucheransturm zu erwarten

Mit Frankreich, Italien, Holland und Portugal werde die Schweiz jedoch Mannschaften beherbergen, die nicht nur in den Austragunsorten, sondern auch in anderen Städten mit Public Viewing zahlreiche Besucher anlocken dürften.

Zu erwarten seien auch feucht-fröhlich feiernde Fans. Dadurch würden viele Polizeikräfte gebunden. Die Unterstützung aus dem Ausland solle den Schweizer Sicherheitskräften die Handlungsfreiheit verschaffen, die sie für unvorhergesehene Ereignisse brauche.

500 bis 1000 ausländische Polizisten

Die KKJPD beantragt dem Bundesrat, Deutschland und Frankreich um Unterstützung durch 500 bis 1000 Polizisten zu ersuchen. Abkommen mit den beiden Ländern machen eine solche Unterstützung möglich. Die Details des Einsatzes sollen in enger Zusammenarbeit mit den betreffenden Kantonen und Städten durch den Bund geregelt werden, sofern der Bundesrat dem Antrag zustimmt.

Bereits festgelegt haben die Polizeidirektoren, welche Host City welche Verstärkung erhält: Die deutschen Polizisten sollen in Zürich und Basel zum Einsatz kommen, die französischen in Genf.

Interkantonale Unterstützung

Die Zürcher Stadtpolizei wird ausserdem von der Kantonspolizei Zürich unterstützt, die Genfer Polizei vom Polizeikorps der Romandie. Bern erhält Unterstützung durch die Polizeikorps Aargau, Solothurn und Zentralschweiz. Ausserdem wurden aus den Korps der Ostschweiz, des Tessins und der Romandie Reserven für Einsätze in der ganzen Schweiz gebildet.

Weitere wichtige Elemente des Sicherheitsdispositivs bildeten das Netz der szenekundigen Beamten und Verbindungsbeamten aus den Anrainer-, Transit- und Teilnehmerstaaten, schreibt die KKJPD. Das weitere Vorgehen wird kommende Woche in Zürich mit den ausländischen Partnern besprochen, an der zweiten von insgesamt drei Staatenkonferenzen.

Die Freude und Gastfreundschaft stehe im Vordergrund, aber auch die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher und der einheimischen Bevölkerung, sagte Bundesrat Samuel Schmid an der Medienkonferenz. (dapd)

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