EURO 08: Tschäppät verspricht Gesamtvorlage unter 10 Millionen
Aktualisiert

EURO 08: Tschäppät verspricht Gesamtvorlage unter 10 Millionen

Die Berner Stadtregierung will dem Parlament Ende 2006 ein Gesamtpaket mit einem tiefen einstelligen Millionenbetrag zur Mitfinanzierung der EURO 08 in der Bundesstadt vorlegen.

Stadtpräsident Alexander Tschäppät räumte in einer Stellungnahme zu zwei Interpellationen der Grünen und der SP ein, dass die vier Städte, in welchen die EM-Spiele stattfinden, mit der Kostenverteilung nicht zufrieden sind. Nach bundesrätlicher Vorstellung sollten die Städte je rund 20 Mio. Franken beisteuern.

Dass die Sicherheits-Kosten nun um einiges höher seien als ursprünglich angenommen, habe mit Rückblick auf die entsprechenden Aufwände der Vorgängerturniere in Holland/Belgien bzw. Portugal nicht überraschen können und dürfen.

Keine Zusicherungen an die UEFA

Tschäppät betonte, es habe nie Zusicherungen an die UEFA für eine allfällige Kostenbeteiligung der durchführenden Städte gegeben. Die Nettokosten für die Stadt Bern kämen nicht höher zu liegen als «ein tiefer einstelliger Millionenbetrag», stellte der Stadtpräsident in Aussicht.

Das verbindliche Gesamtpaket werde dem Stadtrat Ende Jahr vorgelegt. Kostet es über sieben Millionen, wird eine Volksabstimmung fällig.

Wie hoch die Kosten für die Stadt Bern ausfielen, sei erst klar, wenn die Rahmenbedingungen klar seien. Derzeit werde darüber mit den Partnern sprich mit den Kantonen, dem Bund, der UEFA sowie dem Schweizerischem Fussballverband (SFV) hart verhandelt. «Die Positionen nähern sich langsam an», so Tschäppät.

Falls die Stadt nicht genügend Mittel zusammen bringe, habe die sichere Abwicklung der Spiele im Stade de Suisse oberste Priorität. Fehlende Mittel gingen dann zu Lasten der an sich wünschbaren Rahmen-, Marketing- und Werbeprogramme.

Ratslinke will Gewinnbeteiligung

Zu den Verhandlungen mit den Partnern gehöre auch die Frage einer Gewinnbeteiligung der Städte. Eine solche entspreche jedoch nicht internationalen Gepflogenheiten, betonte Tschäppät. Vor allem die Ratslinke verlangt eine Beteiligung der Städte am Gewinn der EURO 08. Eine Gewinnausschüttung an die Städte käme einem Novum gleich, dürfte somit schwierig zu erreichen sein.

Der Grüne Daniele Jenni kritisierte angesichts der zu erwartenden Millionen- wenn nicht Milliardengewinne der UEFA die «völlig unmoralische Art, die Gewinne und Verluste zu verteilen». Unter diesem Aspekt werde ein Gesamtpaket beim Volk einen schweren Stand haben.

Tschäppät antwortete, vor dem Volk dürfe man keine Angst haben. Insbesondere, wenn man ihm eine massvolle, gut begründete und nachvollziehbare Vorlage präsentiere. Es werde langsam Zeit, so der Stadtpräsident, «dass wir nicht nur vom Geld reden», wenn es um die EURO 08 gehe.

Der Anlass werden von Milliarden Fernsehzuschauern auf der ganzen Welt gesehen. Er sei eine Riesenchance, die Städte und die Schweiz in vorteilhaftem Licht zu präsentieren.

SP: Vier Millionen sind tragbar

Raymond Anliker warnte im Namen der SP vor einer Neuverschuldung der Stadt, die mit Sicherheit Einsparungen an anderen Orten zur Folge haben werde. Anliker bezeichnete vier Millionen Franken als tragbaren Preis für die Teilnahme. Denn profitieren werde in erste Linie das Label Schweiz, nicht die Städte, in welchen gespielt werde. (sda)

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