Aktualisiert 02.01.2015 15:18

1,2035 US-DollarEuro fällt auf tiefsten Stand seit über 4 Jahren

Der Euro ist zu Beginn des neuen Jahres auf den tiefsten Stand seit viereinhalb Jahren gefallen. Den Grund sehen Experten bei der Finanzpolitik der Europäische Zentralbank (EZB).

von
cho
Der Euro startet schlecht ins neue Jahr.

Der Euro startet schlecht ins neue Jahr.

Am Freitagmorgen rutschte der Euro auf 1,2035 US-Dollar und erreichte damit den tiefsten Stand seit Juni 2010. Im Laufe des vergangenen Jahres hat die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar knapp 12 Prozent ihres Wertes eingebüsst.

Da die Schweizerische Nationalbank zum Franken einen Euro-Mindestkurs festgelegt hat und auch verteidigt, hat sich der Euro/Franken-Kurs nur unwesentlich verändert. Am Freitag ist der Wert des Euro leicht von 1,2027 auf 1,2022 Franken gesunken. Der Dollar dagegen, der im März 2014 noch weniger als 88 Rappen wert war, notierte mit 99,9 Rappen etwas stärker als noch am 1. Januar.

EZB-Chef trägt Mitschuld

Die Abschwächung des Euro wurde insbesondere durch Äusserungen von EZB-Chef Mario Draghi in einem Interview des «Handelsblatts» noch verstärkt. Draghi bekräftigte noch einmal die Bereitschaft zu weiteren Massnahmen der Notenbank im Kampf gegen eine zu niedrige Inflation. «Das Risiko, dass wir unser Mandat der Preisstabilität nicht erfüllen, ist höher als vor sechs Monaten», sagte er.

Die EZB sei deshalb in technischen Vorbereitungen für weitere Massnahmen. Nach Einschätzung von Experten ist der Kauf von Staatsanleihen durch die EZB dabei nur noch eine Frage der Zeit. Während die Eurozone damit auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik zusteuert, verfolgt die US-Notenbank Fed seit geraumer Zeit eine Straffung.

Die Aussicht auf eine erste Zinserhöhung in den USA nach der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise beflügelt den Dollar und setzt den Euro im Gegenzug immer stärker unter Verkaufsdruck. (cho/sda)

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