Aktualisiert 18.09.2014 13:19

Wegen Zinsentscheid

Euro-Franken-Kurs fällt wieder unter 1,21

Die Nationalbank hat heute Morgen über den Leitzins und den Euro-Mindestkurs informiert. An den Devisenmärkten verlor der Euro gegenüber dem Franken daraufhin an Wert.

Belässt den Euro-Kurs bei 1,20: Nationalbank-Chef Thomas Jordan.

Belässt den Euro-Kurs bei 1,20: Nationalbank-Chef Thomas Jordan.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält am Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken unverändert fest und belässt entsprechend ihren Leitzins nahe bei null. Das Wachstum der Schweizer Wirtschaft sieht sie allerdings etwas weniger positiv.

Der Euro-Franken-Kurs fiel nach der Bekanntgabe des SNB-Entscheides bis auf 1,2066. Vor der Lagebeurteilung hatte der Wechselkurs noch über 1,2115 betragen.

Schlechteres Umfeld

Die Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) im laufenden Jahr wird von bislang rund 2 Prozent auf «knapp 1,5 Prozent» gesenkt, wie die SNB am Donnerstag mitteilte.

Das internationale Umfeld habe sich verschlechtert, hiess es zur Begründung. So habe sich die Konjunktur in den grossen Mitgliedsländern der Eurozone wesentlich schwächer als erwartet entwickelt und die Teuerung sei erneut sehr tief ausgefallen. Auch in den aufstrebenden Volkswirtschaften war das Wachstum vielerorts kraftlos, wie die SNB festhält.

Geopolitische Spannungen

Die Nationalbank nimmt nun für die kommenden Quartale eine schwächere Belebung der Weltwirtschaft an als bisher. Die geopolitischen Spannungen könnten das Vertrauen der Unternehmen und Konsumenten zusätzlich belasten, hiess es weiter. Dabei sei das Schweizer BIP-Wachstum im zweiten Quartal bereits deutlich unter den Erwartungen ausgefallen.

Angesichts der «spürbar verschlechterten» Wirtschaftsaussichten hält die SNB am Euro-Mindestkurs von 1,20 Fr. fest. Sie werde ihn mit aller Konsequenz durchsetzen und dazu nötigenfalls unbeschränkt Devisen kaufen, bekräftigte die SNB.

«Bei Bedarf wird sie unverzüglich weitere Massnahmen ergreifen», erklärte die SNB. Neu ist der Hinweis auf «unverzüglich», nachdem einige Marktakteure auf zusätzliche Massnahmen spekuliert hatten, da sich der Euro im August wieder dem Mindestkurs genähert hat. Unmittelbar nach der Mitteilung vom Donnerstagmorgen gab der Euro von 1,211 auf 1,208 Fr. leicht nach.

Kein Thema bleibt auf absehbare Zeit übermässige Inflation: Für das laufende Jahr bleibt die Inflationsprognose der SNB mit 0,1 Prozent unverändert. Für 2015 liegt die neue Prognose mit 0,2 Prozent um 0,1 Prozentpunkte und für 2016 mit 0,5 Prozent sogar um 0,4 Prozentpunkte tiefer als bei der letzten Lagebeurteilung im Juni. (sda)

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