Griechenland-Hilfe: Euro-Länder fixieren Zins
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Griechenland-HilfeEuro-Länder fixieren Zins

Die Euro-Staaten haben sich nach Informationen aus EU-Kreisen auf eine Zinshöhe für mögliche Hilfskredite an Griechenland geeinigt.

Die Euro-Staaten haben sich nach Informationen aus EU-Kreisen auf eine Zinshöhe für mögliche Hilfskredite an Griechenland geeinigt. Der Zins sei in etwa so hoch wie bei Krediten des Internationalen Währungsfonds (IWF), hiess es am Freitag in Brüssel nach einem Treffen von Experten der Euro- Staaten.

Nach Reuters-Berechnungen wäre dies eine Rate von rund fünf Prozent, was zumindest gegenüber dem aktuellen Marktzins von über sieben Prozent eine Erleichterung wäre. Zuvor hatten die grossen Euro-Länder Griechenland erneut demonstrativ den Rücken gestärkt, indem sie ihre Solidarität bekräftigten.

Ein EU-Vertreter sagte, Volumen und Laufzeiten von Krediten würden von der Europäischen Zentralbank und der EU-Kommission erst festgelegt, wenn Griechenland um Hilfe bitte. Das war am Freitag nicht der Fall.

Die Regierung in Athen will trotz der stark gestiegenen Marktzinsen auf ihre Staatsanleihen die Hilfskredite bisher nicht in Anspruch nehmen. «Wir haben gesagt, dass Griechenland keine Absicht hat, diesen Mechanismus zu nutzen», erklärte Finanzminister Giorgos Papakonstantinou in Athen.

Genaue Zinshöhe noch nicht bekannt

Die genaue Höhe des Zinssatzes blieb zunächst offen. Das Ende März von den Staats- und Regierungschefs verabschiedete Hilfspaket sieht eine Mischung aus bilateralen Hilfen der Euro-Länder und einem Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) vor.

«Wir sind bereit einzugreifen, wenn Griechenland es verlangt», bekräftigte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy in einem Interview mit «Le Monde» und drei weiteren europäischen Zeitungen. Konkretere Hilfszusagen erwartete er sich von dem informellen Treffen der Finanzminister der Euro-Länder vom kommenden Donnerstag in Madrid.

Der Euro legte um fast einen Cent zu auf Kurse bei 1,3480 Dollar, denn die Anleger sahen die Auszahlung von Hilfen an Griechenland nun näher rücken. Auch die Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Landes durch die Ratingagentur Fitch auf die Note «BBB-« von «BBB&» konnte den Kursanstieg nur vorübergehend dämpfen.

Noch viele offene Fragen

Die Euro-Staaten hatten sich Ende März nach wochenlanger Blockade Deutschlands darauf geeinigt, dass Griechenland im äussersten Notfall auf ein Kreditpaket des IWF und der Euro-Staaten zurückgreifen kann. Nach der Einigung über die Zinshöhe bleiben aber andere wichtige Fragen offen. So ist unklar, unter welchen Umständen der Notfallplan greifen würde.

In Griechenland bereitet die Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes unterdessen einen weiteren Streiktag gegen das drakonische Sparprogramm vor. Die Kürzungen gingen zulasten der Armen und schonten diejenigen, die für die Krise verantwortlich seien, sagte der Generalsekretär der Gewerkschaft Adedy, Ilias Iliopoulos.

Konjunkturelle Bremsspuren des harten Sparkurses machten sich auch in der Industrie bemerkbar. Im Februar brach die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe um 9,2 Prozent ein. Die Firmen machten die Sparmassnahmen wie etwa die höhere Mehrwertsteuer für die Geschäftseinbussen verantwortlich.

(sda)

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