Bern/Brunnen SZ: Euro-Lotto Tipp AG muss Betrieb schliessen
Aktualisiert

Bern/Brunnen SZEuro-Lotto Tipp AG muss Betrieb schliessen

Die Aufsichtsbehörde hat entschieden: Die Firma Euro-Lotto Tipp darf keine Tippgemeinschaften für Euro Millions mehr organisieren und damit Geld verdienen.

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jak/sda
Die Firma Euro-Lotto Tipp mit Sitz in Brunnen muss schliessen.

Die Firma Euro-Lotto Tipp mit Sitz in Brunnen muss schliessen.

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Die Euro-Lotto Tipp AG verstösst mit der gewerbsmässigen Organisation von Tippgemeinschaften für «Euro Millions» gegen das Lotterierecht. Zu diesem Schluss kommt die Lotterie- und Wettkommission (Comlot) des Bundes nach einer Untersuchung, wie sie am Donnerstag mitteilte.

Die Kommission sieht den Spielerschutz gefährdet und den Verfassungsgrundsatz verletzt. Demnach müssen Erträge aus Lotterien für gemeinnützige Zwecke verwendet werden. Die Aufsichtsbehörde erliess am 13. Oktober eine Verfügung, wonach Euro-Lotto Tipp mit Sitz in Brunnen SZ und über 20 Beschäftigten ihre entsprechenden Aktivitäten innert des nächsten Halbjahres einstellen muss.

Betrieb sorgte des Öfteren für negative Schlagzeilen

Euro-Lotto Tipp hat Kritik von den Lotteriemonopolisten Loterie Romande und Swisslos auf sich gezogen, weil sie als Privatfirma seit 2007 ebenfalls verschiedene Dienstleistungen für Lotto-Spieler von «Euro Millions» anbietet. Die Spieler können in der von der Schwyzer Firma organisierten Tippgemeinschaften an der Mehrstaatenlotterie teilnehmen und so die Chance auf einen Gewinn steigern.

Die Aktiengesellschaft sei mit ihren Aktivitäten selbst als Veranstalterin einer Lotterie zu betrachten, ohne über eine entsprechende Bewilligung zu verfügen, begründet die Aufsichtsbehörde Comlot ihren Entscheid. Zudem übte Euro-Lotto Tipp verbotene Tätigkeiten aus, die den Bewilligungsträgern von «Euro Millions» vorbehalten seien. Jüngst machte der Schwyzer Betrieb mit aggressiven Verkäufern Schlagzeilen, die in der Stadt Luzern für die Firma auf Kundenfang gewesen sein sollen.

Mit der Frist von 180 Tagen solle der Euro-Lotto Tipp AG eine geordnete Beendigung ihrer Aktivitäten ermöglicht werden, schreibt die Comlot. Zudem sollen mit der Frist Unsicherheiten bei den Vertragspartnern soweit möglich verhindert werden.

Euro-Lotto Tipp spricht von «undurchsichtigem Entscheid»

Euro-Lotto Tipp sprach in einer schriftlichen Stellungnahme von einem «undurchsichtigen Entscheid» der Comlot. Die Firmenspitze will das Verdikt nicht auf sich sitzen lassen. Weil mit dem nun plötzlich auferlegten Verbot die bestehenden Arbeitsplätze in der Schweiz vernichtet würden, ziehe sie den Entscheid an die Rekurskommission weiter und gehe nötigenfalls bis vor Bundesgericht.

Sie habe ihr Geschäftsmodell vor Beginn umfassend überprüfen lassen und gegenüber den Behörden transparent dargelegt, schreibt Euro-Lotto Tipp. 2007 habe ihr die Comlot bescheinigt, dass aus lotterierechtlicher Sicht grundsätzlich nichts gegen Tippgemeinschaften spreche. Im Vertrauen auf die schriftlichen Zusicherungen habe Euro-Lotto Tipp in den letzten Jahren erhebliche Investitionen getätigt.

Die Schweizer Lotterieaufsichtsbehörde hatte das Verfahren gegen die Schwyzer Firma bereits 2012 eröffnet. Euro-Lotto Tipp bestritt jedoch die Zuständigkeit der Comlot. Nach einem Bundesgerichtsentscheid im Juli 2015 konnte die Kommission das Verfahren wieder aufnehmen.

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