Aktualisiert 02.11.2011 08:10

Märkte

Euro-Schuldenkrise belastet asiatische Börse

Im Sog der neu aufgeflammten Griechenland- Krise haben die asiatischen Aktienbörsen auch am Mittwoch Verluste verbucht.

Nach der Entscheidung der griechischen Regierung, das Volk per Referendum über das Rettungspaket abstimmen zu lassen, trennten sich Investoren von riskanteren Anlageformen, sagten Händler.

Die Lage sei schlimmer als beim Zusammenbruch der US- Investmentbank Lehman Brothers vor drei Jahren, sagte Xia Minjie, Chefökonom bei FuNNeX Asset Management in Tokio. «Lehman war ein Problem eines einzelnen Finanzinstituts. Jetzt sehen wir uns aber Fragen der Staatsverschuldung und Haushaltsproblemen gegenüber, die weit komplizierter zu lösen sind, da sie die Lösung nationaler Systeme wie des Steuersystems beinhalten. Und das ist hochpolitisch.»

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou verteidigte bei einer Sondersitzung des Kabinetts noch einmal vehement seinen Plan einer Volksabstimmung. Diese werde «ein klares Mandat erteilen und eine klare Botschaft zugunsten unseres europäischen und Pro-Euro- Kurses senden».

Der 225 Werte umfassende japanische Nikkei-Index schloss um 2,2 Prozent tiefer auf 8640 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 2,1 Prozent auf 738 Punkte. Auch die Indizes in Taiwan und Südkorea gaben nach. Die Märkte in Hongkong und Shanghai notierten kaum verändert. Lediglich die Börse in Singapur verzeichnete Zuwächse.

Überdurchschnittlich verloren die Aktien von Automobilherstellern wie Nissan, Toyota und Honda. Die Papiere des Elektronikkonzerns Sony gaben vor Bekanntgabe der Quartalsergebnisse 3,55 Prozent nach.

Wie die Aktienmärkte stand auch der Euro wegen der Schuldenkrise unter Druck. Im Devisenhandel notierte die europäische Gemeinschaftswährung nahe ihres Dreiwochen-Tiefs zum Dollar. Ein Euro wurde mit 1,3736 Dollar bewertet nach 1,3695 im späten New Yorker Handel.

Analysten erklärten, die Ankündigung der griechischen Volksabstimmung könne zu einer länger anhaltenden Unsicherheit mit weiteren Abschlägen führen. Kurzfristig könnte der Euro aber etwas aus dem Blick geraten. Im Laufe des Tages sollte die US-Notenbank Fed die Ergebnisse ihrer zinspolitischen Sitzung bekanntgeben. Mit Spannung wird erwartet, ob die Währungshüter weitere Signale zu einer geldpolitischen Lockerung geben. (sda)

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