Märkte: Euro unter 1,11 Franken
Aktualisiert

MärkteEuro unter 1,11 Franken

Der Franken wird gegenüber dem Euro und dem Dollar schon wieder stärker. Nachdem die US-Regierung ein niedrigeres Wirtschaftswachstum prognostizierte, eröffnete die Schweizer Börse im Minus.

Am Freitagmorgen kostete ein Euro zwischenzeitlich 1,1070 Franken und ein Dollar 0,7760 Franken, während Sorgen um die Weltwirtschaft und Fragen zur Entschlossenheit der Schweiz, den Franken zu schwächen, die Runde machten.

Händler machten nach Angaben der Nachrichtenagentur AWP für die Währungsentwicklung die schlechte Konjunkturlage in der Eurozone verantwortlich. Auch Aussagen aus Bern, wonach die Schweiz mit einem starken Franken «wohl leben müsse», werden als Grund angeführt.

Sollten Investoren den Eindruck bekommen, die Schweiz bekämpfe die Frankenstärke nicht vehement genug, könnten sie wieder mehr Franken kaufen und so die Schweizer Währung weiter aufwerten.

Neues vom US-Arbeitsmarkt

Aus den USA kommen weiter schlechte Nachrichten: Das Bruttoinlandprodukt werde in diesem Jahr nur um 1,7 und im kommenden um 2,7 Prozent wachsen, teilte das Präsidialamt in Washington mit. Bislang wurde mit 2,6 und 3,6 Prozent kalkuliert.

Am Freitagnachmittag werden die USA neue Daten zur Arbeitslosigkeit veröffentlichen. Die schwache Erholung am Arbeitsmarkt gilt als Hauptgrund dafür, dass die Fed möglicherweise bereits im September weitere Massnahmen zur Konjunkturstützung ergreifen könnte.

Die erwarteten Zahlen aus den USA setzten auch die Börse unter Druck. Die Unsicherheit verleite Anleger dazu, wegen zuletzt gestiegener Kurse ihre Titel zwecks Gewinneinstreichung zu verkaufen, hiess es am Markt. Der SMI-Index der grössten Schweizer Konzerne verlor im frühen Geschäft 2,3 Prozent und fiel auf 5405 Punkte.

Nach Einschätzung der chinesischen Zentralbank nehmen die Risiken für die Weltwirtschaft zu. Die Stabilität der US-Staatsfinanzen sei gefährdet, die Euro-Schuldenkrise habe sich verfestigt und das Staatsdefizit Japans wachse, sagte Ma Delun, ein Vizegouverneur der Notenbank Chinas.

EZB: Italien-Reform «sehr wichtig»

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, sprach sich erneut für eine bessere Koordination der Haushalts- und Wirtschaftspolitik in den Euro-Ländern aus. Zugleich mahnte er Italien, Strukturreformen anzugehen.

Der von Premierminister Silvio Berlusconi angekündigte Ausgleich des Haushalts bis 2013 sei «extrem wichtig», sagte Trichet der italienischen Zeitung «Il Sole 24 Ore». (sda)

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